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Digitaler Reifegrad: Deutschland weltweit auf Platz sechs

Finger zeigt auf Deutschland-Umriss, dazu digitale Symbole
Laut einer Studie ist Deutschland besser auf den digitalen Wandel vorbereitet, als die Bundesbürger selbst vermuten.
Foto: © stadtratte/StockAdobe

Häufig heißt es, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung drohe, den Anschluss zu verlieren. Nach einer aktuellen Studie, die den digitalen Reifegrad der Nationen untersucht hat, gehört die Bundesrepublik jedoch international zur Spitzen- gruppe, wenn es um die Voraussetzungen für den digitalen Wandel geht. Die einzelnen Bundesländer sind allerdings unterschiedlich weit fortgeschritten.

Unter 118 betrachteten Ländern erreicht Deutschlands hinsichtlich des digitalen Reifegrads den sechsten Platz. Das geht aus dem Digital Readyness Index von Cisco hervor. Deutschland kommt dabei auf 17,68 von insgesamt 25 möglichen Punkten. Höhere Werte erzielen nur fünf Länder: die USA, die Schweiz, die Niederlande, Großbritannien und Singapur. Damit steht Deutschland in Sachen Digitalisierung besser da, als viele Bundesbürger denken. Laut einer anderen Cisco-Umfrage sah ein Viertel der Deutschen die Bundesrepublik global im stabilen Mittelfeld, 40 Prozent schätzten sie im unteren Drittel ein und knapp ein Viertel vermutete Deutschland sogar in der Schlussgruppe.

Deutschland bereits in der höchstentwickelten Phase

Die aktuelle Studie teilt die Digitalisierung in drei Phasen ein: die Aktivierungsphase mit noch geringem Reifegrad, die darauf aufbauende Beschleunigungsphase und schließlich die höchstentwickelte Phase, die sie als Intensivierungsphase bezeichnet. Danach gehört Deutschland zu den 26 Ländern, die sich bereits in der Intensivierungsphase, befinden. 52 Nationen, vor allem aus Osteuropa oder Lateinamerika, stehen zurzeit in der Beschleunigungsphase und 40 Länder befinden sich noch in der Aktivierungsphase, unter anderem viele Länder in Afrika.

Sieben Kategorien als Indikator für die Digital Readyness

Für die Bewertung des digitalen Reifegrads stützte sich die Studie auf sieben Kategorien: die technologische Infrastruktur, die Fachkräfteentwicklung, den allgemeinen Lebensstandard, Investitionen von Unternehmen und Staat, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Investitionen in Innovationen und Technologien sowie das Umfeld für Start-ups. Die Daten stammen aus Quellen wie der Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum, den Vereinten Nationen und dem Marktforscher Gartner. Aus der Summe der Kategorienwerte ergibt sich der Gesamtindex.

Verbesserungspotenzial bei Investitionen und der Nachfrage nach digitalen Produkten und Services

Deutschland schneidet insbesondere beim Lebensstandard (3,89 bei einem Maximalwert von 4) und den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (3,8 von 4) gut ab. Bei der Start-up-Umgebung und der technologischen Infrastruktur ergibt sich ein mittlerer Wert, dennoch gehört die Bundesrepublik bei der Infrastruktur noch zur Spitzengruppe. Verbesserungspotenzial besteht vor allem hinsichtlich der Nachfrage nach digitalen Produkten und Services sowie bei Investitionen von Politik und Wirtschaft. Nach Einschätzung der Studienautoren ist Deutschland in der Umsetzung der Digitalisierung trotz guter Ergebnisse noch zu zögerlich.

Bundesländer im Vergleich: kein reines Nord-Süd- oder Ost-West-Gefälle

Der Report hat auch untersucht, wie es um Reifegrad einzelner Regionen hierzulande bestellt ist. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede, wobei es sich nicht wie häufig bei wirtschaftlichen Vergleichen um reine Nord-Süd- oder Ost-West-Gefälle handelt. Die vier Bundesländer mit den höchsten Werten sind Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Hamburg. Sie schneiden in der Kategorie Fachkräfteentwicklung überdurchschnittlich gut ab. Baden-Württemberg und Bayern stehen außerdem bei Lebens- und Wirtschaftsstandards sowie bei Investitionen gut da, während Hamburg und Berlin beim Start-up-Ökosystem vorn liegen. Die Länder, die sich im Mittelfeld und in der Intensivierungsphase befinden, sind Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Bremen, Sachsen und Thüringen (in dieser Reihenfolge). Die Bundesländer Saarland, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erreichten etwas niedrigere Werte, vor allem in den Kategorien Investitionen und Start-up-Umgebung, und liegen damit am unteren Ende des Rankings.

Die Studienergebnisse stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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