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Die aktuellen Trends bei Auslandsentsendungen

Auslandsentsendungen werden vielseitiger; Bild: Julien Eichinger/Fotolia.de
Auslandsentsendungen werden vielseitiger; Bild: Julien Eichinger/Fotolia.de

1. Auslands-Assignments werden weiblicher: Seit Jahren steigt der Anteil der weiblichen Expatriates kontinuierlich an. Internationale Mobilitätsstudien zeigen, dass dieser Trend gerade auch bei deutschen Expatriates stark ausgeprägt ist, allerdings von Zielland zu Zielland variierend.

2. Die globalen Nomaden werden jünger: Erste Auslands-Assignments finden oft schon in den 20er-Lebensjahren statt, als Kurzzeit-Einsätze sogar während des Studiums.

3. Die Auslandsbegeisterten zieht es mehrmals in die Welt: Sie reifen über mehrere Länder hinweg, während unterschiedlicher Berufsphasen, in verschiedenen Rollen zu globalen Mitarbeitern – als Projektmitarbeiter in den Zwanzigern, als Experte, Projektleiter, Manager in der Mitte des Berufslebens, als Senior Expert in der dritten Berufsphase oder aus dem Ruhestand heraus.

4. Auslandsentsendungen werden familienorientierter: Die Mobilitätsprogramme der Unternehmen stellen sich auf das soziale Umfeld der zu Entsendenden ein. Sie beziehen die Familie frühzeitig ein und unterstützen Partner bei der Jobsuche im Ausland (Dual-Career Couples).

5. Die Einsätze werden kürzer: Der klassische Drei-bis-fünf-Jahres-Einsatz wird immer mehr ergänzt durch kürzere Projekt- und Experteneinsätze.

6. Globale Nomaden werden zu Flexpatriates: Die Cross-Border Commuters (internationale Pendler, Grenzgänger) und die Frequent Flyers (Vielflieger-Entsandte) sind immer öfter auf den Flughäfen der Welt anzutreffen. Cross-Border-Commuters haben zwei Tätigkeitsorte (und Wohnsitze) in zwei Ländern und pendeln regelmäßig. Vielflieger-Entsandte führen ihre häufigen Dienstreisen im Turnus zu zwei, drei oder mehr Tochtergesellschaften. Eine Berufslebensphase im Flugzeug.

7. Die Entsendeten werden transnationaler: Die klassischen Entsendungsrichtungen von der Mutter zur Auslandstochter (Expatriates) und umgekehrt (Impatriates) werden zunehmend ergänzt durch Entsendungen von Tochter zu Tochter (Crosspatriates). Die ursprüngliche Nationalität der Entsendeten spielt eine zunehmend geringere Rolle (Transpatriates).

8. Die Arbeit wird virtueller: Die internationalen Mitarbeiter nutzen klug und intensiv die modernen Kommunikationstechnologien für Aufgaben, zu denen man früher dauerhaft vor Ort sein musste.

9. Globales Nomadentum wird der Normalfall: Die junge Generation wächst in der globalen Welt auf. Virtuelle Kooperation über Grenzen hinweg wird der Standard, andere Formen der internationalen Zusammenarbeit ergänzen diese Arbeitsweise.

10. Auslandseinsätze behalten ihr Restrisiko: Nicht wenige internationale Assignments werden trotz vorbeugender Maßnahmen vorzeitig abgebrochen. In den Jahren nach der Rückkehr wechselt zudem rund ein Drittel der Entsandten den Arbeitgeber.

Autor
Professor Dr. Michael Heuser, Fachhochschule der Wirtschaft, Mettmann

Hinweis: Diese Trends und ihre Folgen diskutiert das zwölfte › Mettmanner Wirtschaftsforum am 04.11.2015 unter dem Titel “Global mobil – Ausland als Karrierebeschleuniger?”. Die Personalwirtschaft unterstützt die Veranstaltung als Medienpartner.

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