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Doppelrolle für Führungskräfte bei lernförderlicher Arbeitsgestaltung

Menschen am Bürotisch
Die Rolle der Führungskraft ist ausschlaggebend für gute Arbeitsgestaltung und Lernbegleitung. Foto: © Free-Photos/px

Die digitale Transformation erfasst auch den Dienstleistungsbereich. Ob Verwaltung, Banken oder Versicherungen – die Beschäftigten erleben veränderte Arbeitsanforderungen und müssen sich immer häufiger kurzfristig an technische und organisationale Veränderungen anpassen. Eine zentrale Strategie, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, ist für
Organisationen und Beschäftigte das Lernen bei der und durch die
Arbeit.

Der jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte
Fokus “Lernförderliche Arbeitsgestaltung im Dienstleistungssektor am
Beispiel der Sachbearbeitung: Die doppelte Rolle der Führungskraft”
verdeutlicht die Bedeutung guter Arbeitsgestaltung und Lernbegleitung
für das arbeitsintegrierte Lernen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts “Lernförderliche Arbeitsgestaltung
im Dienstleistungssektor – Die Rolle von Führungskräften” überprüfte die BAuA
das Konzept der lernförderlichen Arbeitsgestaltung vor dem Hintergrund
des digitalen und demografischen Wandels. Dabei wurden auch die
Tätigkeitsebene mit der Rolle der Führungskraft verknüpft und
organisationale Rahmenbedingungen einbezogen. Dazu fand eine Online-Befragung
von über 500 Beschäftigten und rund 150 Führungskräften statt, von
denen etwa drei Viertel in öffentlichen Verwaltungen und der Rest in
Banken oder Versicherungen tätig waren. Zudem wurden rechnergestützte
Tätigkeitsanalysen und qualitative Experteninterviews durchgeführt.

Lernorientierte Führung als zentrales Element

Die Ergebnisse der vorgestellten Untersuchung von
Tätigkeitsbedingungen in der Sachbearbeitung zeigen, dass
lernförderliche Arbeitsgestaltung und Lernbegleitung durch
lernorientierte Führung insgesamt eine hohe Bedeutung für das
arbeitsintegrierte Lernen der Beschäftigten hat. Dabei zeigen sich
Tätigkeitsmerkmale wie Handlungsspielraum, Transparenz und ganzheitliche
Aufträge als lernförderlich und wirken sich positiv auf die
Arbeitsfähigkeit und Kompetenzentwicklung der Beschäftigten aus.
Hingegen kann der Faktor Aufgabenvielfalt auch zu Überforderung führen.
In der Untersuchung zeigten sich positive Zusammenhänge mit
Erschöpfungsindikatoren bei den Beschäftigten.

Insgesamt verstärkt lernorientierte Führung den positiven
Zusammenhang zwischen lernförderlichen Tätigkeitsbedingungen und der
beruflichen Kompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung und
Leistungsmotivation der Beschäftigten. Somit greifen aus Sicht der
Beschäftigten die beiden Ebenen “Qualität der Tätigkeit” und “Qualität
der Führung” ineinander.

Auftrag für Führungskräfte

Führungskräfte können also an zwei Punkten ansetzen, um das
arbeitsintegrierte Lernen ihrer Mitarbeiter zu fördern. Zum einen können
sie lernförderliche Tätigkeitsbedingungen gestalten, zum anderen
lernorientiert führen. Damit kommt ihnen neben der Rolle als
Arbeitsgestalter auch die Rolle als Lernbegleiter zu. Für das Lernen im
Kontext der Arbeit sind lernförderliche Bedingungen jedoch nicht nur auf
der Tätigkeits- und Führungsebene von Bedeutung. Auch die
Rahmenbedingungen in Verwaltungen und Unternehmen haben einen großen
Einfluss darauf, ob arbeitsintegriertes Lernen möglich und erfolgreich
ist.