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Homeoffice – wie es klappen kann

Viele Berufstätige sind derzeit gezwungen, im Homeoffice zu arbeiten. Der Personaldienstleister Robert Half geht davon aus, dass die Arbeit von zuhause aus künftig nicht mehr wegzudenken ist und hat Empfehlungen dafür parat, wie Arbeitgeber mögliche Probleme und Nachteile vermeiden können.

Frau im Homeoffice schaut betrübt aus dem Fenster
Isoliert im Homeoffice? Um dem entgegenzuwirken, ist Online-Kommunikation mit Chef und Kollegen wichtig.
Foto: © leszekglasner/StockAdobe

Nach Ansicht von Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei > Robert Half, wird Arbeit im Homeoffice nach der Corona-Krise stärker als je zuvor im Arbeitsalltag verankert sein. Nach seiner Beobachtung haben viele Unternehmen und Mitarbeiter in den letzten Wochen positive Erfahrungen damit gemacht.

Zwischen Flexibilität und Disziplin

Auch wenn es für viele Berufstätige ungewohnt war, plötzlich von zu Hause aus zu arbeiten, haben sie sich laut Sven Hennige schnell an die neue Situation gewöhnt und wissen nun die Vorteile zu schätzen: die zeitliche Flexibilität durch den Wegfall des Arbeitsweges und das Einsparen von Fahrtkosten. Wer sonst in Großraumbüros gearbeitet hat, schätze die Ruhe zuhause und könne sich gegebenenfalls besser konzentrieren (das gilt jedoch sicher nicht für die Homeworker, deren Kinder wegen der Schulschließungen den ganzen Tag zuhause sind, Anm. d. Verf.). Hennige räumt jedoch ein, dass die Arbeit in den eigenen vier Wänden eine gewisse Selbstdisziplin und ein effektives Zeitmanagement voraussetzt. Um sich gut zu organisieren, habe es sich als effektiv herausgestellt, sich selbst Fristen zu setzen, um alle Termine einzuhalten, einen Zeitplan aufzustellen und alle anstehenden Aufgaben für einen Arbeitstag zu priorisieren. Um Job und Privatleben auch gedanklich zu trennen und Ablenkungen zu vermeiden, sei es sinnvoll, einen separaten Raum oder Bereich als Büro einzurichten (das dürfte nicht in allen Wohnungen möglich sein. Anm. d. Verf.).

Isolation von Mitarbeitern entgegenwirken durch digitale Kommunikation

Da Begegnungen mit Kollegen an der Kaffeemaschine als Pause wegfallen, empfiehlt Hennige, zwischendurch einen Spaziergang zu machen. Damit sich Mitarbeiter im Homeoffice nicht isoliert fühlen, könne man sich auch zu einem virtuellen Plausch mit Kollegen verabreden. Überhaupt hätten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber die Erfahrung gemacht, dass Kommunikation viel wichtiger geworden ist – auf geschäftlicher, aber auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Mitarbeiter sollten daher regelmäßig mit ihrem Vorgesetzten und Kollegen sprechen und sich über ihre Projekte austauschen. Um in Verbindung zu bleiben, seien auch regelmäßige virtuelle Team-Meetings per Videokonferenz sinnvoll.  Fragen nach dem persönlichen Wohlbefinden gehörten ebenfalls dazu, um Vertrauen zu fördern und Verunsicherung in Zeiten von Corona zu vermeiden. Für solche Gespräche eigneten sich feste Termine zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem.

Stabile digitale Infrastruktur verhindert Probleme bei der Arbeit von zuhause aus

Um technische Probleme bei der Arbeit im Homeoffice zu vermeiden und virtuelle Meetings zu ermöglichen, gelte es seitens der Arbeitgeber, für eine stabile digitale Infrastruktur zu sorgen. Das beinhalte nicht nur die notwendige Hard- und Software, sondern auch den Datenschutz. Hennige rät Unternehmen dazu, mit der IT einen Plan aufzustellen und die Beschäfigten entsprechend einzuarbeiten. Es habe sich aber gezeigt, dass viele Unternehmen diesbezüglich bereits gut aufgestellt sind und sich jetzt lediglich schnell an die neuen Gegebenheiten anpassen mussten.

Digitales Onboarding im Homeoffice

Derzeit können neu rekrutierte Mitarbeiter nicht im Unternehmen selbst eingearbeitet werden. Nach Ansicht des Dienstleisters funktioniert jedoch auch digitales Onboarding im Homeoffice sehr gut, wenn ein paar Regeln beachtet würden. Abgesehen von den notwendigen technischen Voraussetzungen wie Laptop oder Smartphone und den Zugriffsmöglichkeiten auf alle nötigen Programme sei die richtige Software wie Zoom, Skype oder Slack die Basis für eine gute Kommunikation. Für den Neuling sei regelmäßiger Kontakt wichtig, dabei habe sich eine Vertrauensperson als vorteilhaft erwiesen, die bei Fragen zur Seite steht. Um Fragen auf direktem Weg zu klären, sollten auch Vorgesetzte regelmäßig bei Onboarding-Terminen anwesend sein. Hennige geht davon aus, dass Videocalls künftig einen hohen Stellenwert haben werden, da sie Onboarding-Prozesse vor Ort sowie Interviews und Meetings ersetzen könnten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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