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Diskriminierung trotz Ja zur Vielfalt

Die meisten Mitarbeiter sind für Vielfalt. Gleichzeitig fühlen sich einige benachteiligt, darunter auch Männer. Foto: © jpcasais/Fotolia.de
Die meisten Mitarbeiter sind für Vielfalt. Gleichzeitig fühlen sich einige benachteiligt, darunter auch Männer. Foto: © jpcasais/Fotolia.de

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer hierzulande ist Diversity im Job gegenüber positiv eingestellt. Dennoch fühlt sich so mancher Mitarbeiter im Berufsalltag diskriminiert, sei es wegen der Religion, der Herkunft oder des Geschlechts. Was die Gender-Frage betrifft, sehen sich inzwischen sogar etwas mehr Männer als Frauen benachteiligt.

90 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland schätzen Diversity am Arbeitsplatz. Dennoch sagen 15 Prozent, aufgrund ihrer Religion schon einmal diskriminiert worden zu sein. 14 Prozent sind der Meinung, dass sie wegen ihrer Herkunft im Job bereits benachteiligt wurden. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In Österreich und Schweden sprechen nur rund acht Prozent von Diskriminierungen. Frankreich dagegen ist in der EU Spitzenreiter; hier geben 23 Prozent der Arbeitnehmer an, wegen ihrer Herkunft schon einmal diskriminiert worden zu sein. 21 Prozent sagen, das sei aufgrund ihres Glaubens der Fall gewesen. Das sind Ergebnisse des aktuellen Arbeitsbarometers von > Randstad. Die Online-Umfrage wird vierteljährlich in 33 Ländern durchgeführt, in Deutschland nahmen 400 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus unterschiedlichen Branchen daran teil.

Männer fühlen sich zunehmend diskriminiert

Die Studie ging auch der geschlechtsspezifischen Benachteiligung am Arbeitsplatz nach. Aus zahlreichen Untersuchungen geht hervor, dass Frauen im Durchschnitt auch bei gleicher Qualifikation weniger verdienen als Männer. Außerdem sind sie in den Führungsetagen immer noch unterrepräsentiert. Laut dem Randstad Arbeitsbarometer fühlen sich jedoch Männer in Deutschland inzwischen genauso im Job benachteiligt wie ihre weiblichen Kollegen. 20 Prozent der männlichen Mitarbeiter sagten, dass sie aufgrund ihres Geschlechts am Arbeitsplatz schon einmal diskriminiert wurden. Bei den weiblichen Arbeitnehmern gaben dies 19 Prozent an.

Aufgrund der Diskussionen um die Frauenquote bangen wohl einige Männer um ihre Karrierechancen. Zudem wird es immer noch nicht in jedem Unternehmen als selbstverständlich gesehen, dass Väter Elternzeit nehmen,

so Petra Timm, Director Communications bei Randstad Deutschland.

Entwicklung macht nicht vor den Grenzen Halt

Auch im übrigen Europa empfinden sich immer mehr Männer als benachteiligt. In den Niederlanden etwa fühlen sich 18 Prozent der Männer und lediglich zwölf Prozent der Frauen diskriminiert. Und auch in Spanien sehen sich männliche Mitarbeiter gegenüber ihren Kolleginnen zunehmend schlechter gestellt: 23 Prozent der männlichen Befragten sagen, dass sie schon einmal Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt haben, bei den Frauen sind es mit 20 Prozent etwas weniger.