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Mehr menschliche Routinearbeiten trotz des digitalen Wandels

IT-Fachkraft geht kontrollierend durch Server-Reihen und notiert etwas auf einem Tablet
Die technologische Transformation bedeutet nicht, dass Routinejobs wegfallen – im Gegenteil.
Foto: © Gorodenkoff/Fotolia.de

Durch die Digitalisierung fallen vor allem einfache Routinetätigkeiten weg, was den Fach- und Führungskräften mehr Spielraum für kreative Tätigkeiten lässt. So zumindest ist es oft zu hören oder zu lesen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln kommt aber zumindest in Teilen zu einem anderen Ergebnis: Akademiker müssen immer mehr Routinearbeiten erledigen.

“Die Erwartung, dass Routinetätigkeiten aus dem Arbeitsalltag verschwinden, bestätigt sich bislang nicht”, schreiben die Wissenschaftler. Einschränkend muss allerdings erwähnt werden, dass die aktuellste der sechs Erwerbstätigenbefragungen, auf die sich die Studie stützt, aus dem Jahr 2012 stammt. Seinerzeit gaben 23 Prozent der Akademiker an, häufig Routinetätigkeiten auszuüben. 1979 waren es dagegen nur 18 Prozent. Zu diesen Aufgaben zählen beispielsweise die regelmäßige Pflege von Datenbanken oder die Überprüfung von Fertigungsmaschinen.

Routinetätigkeiten sind nicht per se einfach

Auch bei den Beschäftigten anderer Qualifikationsniveaus stieg der Anteil der Routinetätigkeiten. So übten 64 Prozent der Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss im Jahr 2012 solche Tätigkeiten häufig aus. 1979 lag die Quote nur bei 54 Prozent. Die Studienautoren verweisen darauf, dass dies nicht bedeutet, dass die Arbeit einfacher geworden ist: “Auch sehr komplexe Tätigkeiten können routiniert ablaufen, wenn sie immer wieder in ähnlicher Form ausgeführt werden.” Das gelte beispielsweise für den parallelen Umgang mit mehreren Computerprogrammen.

Im Hinblick auf befürchtete negative Beschäftigungseffekte der Digitalisierung könnte das Ergebnis eher positiv gedeutet werden, heißt es beim IW Köln weiter. Denn auch in Zeiten des digitalen Wandels gebe es offensichtlich weiterhin Bedarf für menschliche Routinearbeit. Inwieweit sich dies durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz möglicherweise aber ändern wird, werden die kommenden Jahre zeigen.

Quelle: www.personalpraxis24.de