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Eine Stunde Arbeit ist während der Pandemie um 5,6 Prozent teurer geworden

Die Arbeitskosten in Deutschland sind leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, mussten Arbeitgeber im vierten Quartal 2021 1,5 Prozent mehr Geld in Bruttoverdienst und Lohnnebenkosten investieren, als im Quartal zuvor. Im Vergleich zum vierten Quartal 2020 haben sich die Arbeitskosten damit kalenderbereinigt um 2,4 Prozent erhöht. Die Kosten für Bruttoverdienste stiegen in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent und die Lohnnebenkosten nahmen um 3,9 Prozent zu. Die Zahle beziehen sich auf das produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich.

Arbeitskosten seit Krisenbeginn um 5,6 Prozent gestiegen

Destatis verglich die derzeitigen Arbeitskosten auch mit jenen vor der Corona-Krise. Die Analyse ergab, dass sich eine Stunde Arbeit im letzten Quartal 2021 gegenüber dem vierten Quartal 2019 um 5,6 Prozent verteuert hat. Laut Destatis erklärt sich diese Erhöhung vor allem damit, dass die Arbeitskosten während dieser Zeit stärker gestiegen sind als die Zahl der gesamtwirtschaftlich geleisteten Stunden je Beschäftigen. Destatis weist außerdem darauf hin, dass es durch die Krise temporäre Ausschläge – etwa durch starker Rückgänge und Anstiege – zu teilweise verzerrten Ergebnissen geführt haben könnten.  

Drittes Quartal 2021: Erhöhung in Deutschland unter EU-Durchschnitt

Untersucht wurde auch die Entwicklung der Arbeitskosten in der EU; die neuesten Ergebnisse beziehen sich auf das dritte Quartal 2021. Die Erhebung berücksichtigt das produzierende Gewerbe und die wirtschaftlichen Dienstleistungen ohne den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen. Die Auswertung ergibt, dass sich der durchschnittliche Arbeitskostenindex aller 27 Mitgliedstaaten gegenüber dem dritten Quartal 2020 um 2,9 Prozent erhöhte. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Deutschland weist einen Arbeitskostenanstieg von 2,2  Prozent auf und liegt damit unter dem europäischen Mittelwert. Während Litauen (Anstieg um 15,5 Prozent) und Bulgarien (plus 12,3 Prozent) die höchsten Anstiege der Arbeitskosten verzeichneten, gingen diese in Griechenland um 1,1 Prozent zurück.


Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.