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Emotionale Mitarbeiterbindung: eine Frage guter Führung

Die Zahl der deutschen Arbeitnehmer, die emotional nicht an ihren Arbeitgeber gebunden sind, ist zwar zum zweiten Mal infolge gesunken. Doch der Anteil der emotional hoch gebundenen Arbeitnehmer – die Leistungsträger in den Unternehmen – verharrt auf unverändert niedrigem Niveau von 15 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Gallup Engagement Index hervor. Für die repräsentative Studie wurden rund 2.000 Arbeitnehmer zwischen April und Dezember 2014 telefonisch interviewt.

Dabei haben Vorgesetzte die Möglichkeit, mit guter Führung die emotionale Bindung ihrer Mitarbeiter zu erhöhen: Indem sie sich zugänglich zeigen, sich für die Belange der Arbeitnehmer zuständig fühlen und sie bei der Zielorientierung unterstützen. Damit verbunden sind Verhaltensweisen, die über konstruktives Feedback, Lob oder das Einbinden in Entscheidungen hinausgehen.

Die drei Z eines guten Chefs: Zugänglichkeit, Zuständigkeit, Zielorientierung

Zugänglichkeit heißt, dass der Vorgesetzte für seine Mitarbeiter ansprechbar ist, auch bei Themen, die nicht die eigentliche Arbeit betreffen. Zuständigkeit meint, dass Führungskräfte darüber Bescheid wissen, an welchen Aufgaben und Projekten ihre Mitarbeiter arbeiten und wie sie sie für ihre Leistung verantwortlich halten und dies kommunizieren. Zielorientierte Führungskräfte unterstützen ihre Teammitglieder dabei, Prioritäten bei der Arbeit und Leistungsziele festzulegen. Jede dieser Chefeigenschaften erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mitarbeiter ans Unternehmen gebunden fühlen. So sind zum Beispiel 31 Prozent der Befragten, die ihren Vorgesetzten als zugänglich erleben, emotional hoch an ihren Arbeitgeber gebunden. Bei denen, die ihre Führungskraft nicht für zugänglich halten, ist dies nur bei zwei Prozent der Fall.

Folgen von Führungsfehlern: kein Spaß an der Arbeit, Burnout, privater Stress

Von den Mitarbeitern, die nicht emotional an das Unternehmen gebunden sind, haben 60 Prozent das Gefühl ausgebrannt zu sein, bei ihren emotional hoch gebundenen Kollegen sind es 21 Prozent. Nicht gebundene Arbeitnehmer lassen ihren Arbeitsstress eher an Freunden und Familie aus (41 Prozent), emotional hoch gebundene Mitarbeiter weniger (neun Prozent). Zudem haben nur fünf Prozent der bindungslosen Beschäftigten Spaß bei der Arbeit, während es bei Mitarbeitern mit hoher Bindung 83 Prozent sind. Nicht gebundene Mitarbeiter weisen im Schnitt fünf Tage mehr Fehlzeiten auf als andere.

Kündigung aus Selbstschutz als letzte Möglichkeit

Ein Viertel der befragten Arbeitnehmer hat schon einmal seine Arbeitsstelle wegen eines Vorgesetzten gekündigt, um das eigene Wohlbefinden zu verbessern. 19 Prozent der Mitarbeiter ohne emotionale Bindung sind aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Weitere 23 Prozent schauen sich um, suchen aber nicht aktiv. Unter den emotional hoch gebundenen Mitarbeitern ist hingegen nur ein Prozent der Mitarbeiter aktiv auf Arbeitsplatzsuche und sechs Prozent schauen sich um.

Weitere Informationen zu den Befragungsergebnissen gibt es hier.