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Engagement leidet nicht unter Arbeit im Homeoffice

Tatkräftig wirkende Frau im Homeoffice
Laut einer Befragung im mittleren Management beeinträchtigt die Arbeit im Homeoffice nicht das Engament. Foto: © Halfpoint-stock.adobe.com

Kürzlich befragte > Hogan Assessments in Europa 500 Manager der mittleren Ebene aus großen und mittelgroßen Unternehmen zu den Auswirkungen der Arbeit im Homeoffice und zum Einfluss auf das Engagement. Die Antworten reflektieren sowohl die Erfahrungen der befragten Manager als auch die ihrer Teams. Danach emfpinden sechs von zehn (60 Prozent) Führungskräften und Mitarbeitern die Arbeit von zuhause aus als psychische Herausforderung. Zu den Gründen zählen vor allem das Entfallen der täglichen sozialen Interaktion sowie Kommunikationshindernisse.

86 Prozent der Belegschaft fühlen sich dem Arbeitgeber verbunden

Trotz der Einschränkungen fühlen sich 86 Prozent der Beschäftigten und damit die Mehrheit weiterhin mit ihrem Unternehmen verbunden; knapp die Hälfte davon (42 Prozent) sagt sogar, dem Arbeitgeber sehr verbunden zu sein. Die meisten Befragten sehen sich offenbar vom Unternehmen nicht alleingelassen, denn gut 80 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber bei der Umstellung auf Remote Work geholfen hat. 60 Prozent sagen, ihr Vorgesetzter habe sie auch nach der Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice angemessen unterstützt.

Den Führungskräften und ihren Teams sei klar, dass die Herausforderungen der Arbeit im Homeoffice nicht auf die Inkompetenz ihres Arbeitgebers zurückzuführen, sondern der Situation geschuldet sind, erklärt Dr. Ryne Sherman, wissenschaftlicher Leiter bei Hogan Assessments, das hohe Engagement. Sie wüssten auch, dass sie alle mit den gleichen Herausforderungen zu tun haben. Daher bleibe die emotionale Verbundenheit mit dem Unternehmen so hoch wie in der Zeit vor der Homeoffice-Umstellung oder habe sogar zugenommen.

Team-Produktivität bei Remote Work oft höher als im Firmenbüro

Die Studienteilnehmer wurden auch zu ihrer Produktivität im Homeoffice befragt. Danach hat die Leistungsfähigkeit offenbar kaum gelitten: 44 Prozent denken sogar, dass sie zuhause produktiver arbeiten. Für 42 Prozent hat sich im Vergleich zur Arbeit im Firmenbüro nichts geändert. Was die Gesamtproduktivität ihres Teams betrifft, so stellten zwei Drittel der Führungskräfte (67 Prozent) eine Steigerung fest. Lediglich 3,2 Prozent der Befragten betrachten die Produktivität nach ihrer bisherigen Erfahrung als eine der größten Herausforderungen bei der Arbeit im Homeoffice. Im Vordergrund der Probleme steht die digitale Kooperation und Kommunikation, die fast vier von zehn Befragten (38,9 Prozent) nannten.

Die vielleicht größte Herausforderung, wenn es darum geht, das Mitarbeiterengagement und die Leistung von Teams im Homeoffice aufrechtzuerhalten, ist es, zu erkennen, bei welchen Teammitgliedern das Engagement abnimmt,

sagt Sherman. Es sei wichtig, dass Vorgesetzte über Mitgefühl verfügen und das Vertrauen ihrer Mitarbeiter gewinnen, um offene Gespräche zu führen und Erkenntnisse dazu zu erhalten, wie die Beschäftigten unterstützt und ihre Motivation aufrechterhalten werden kann.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.