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Arbeitsmarkt schwächelt auch für Spezialisten

Die sich abkühlende Konjunktur bekommen inzwischen auch Fachkräfte zu spüren. Die Nachfrage nach Spezialisten ist im vierten Quartal 2019 in allen Branchen zurückgegangen, ergibt der Hays-Fachkräfte-Index.

Gemaltes Diagramm mit schrumpfenden Balken
Die Konjunktur kühlt ab, die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt: Die politische Großwetterlage beeinflusst auch den Arbeitsmarkt für Fachkräfte. Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Im Vergleich zum dritten Quartal ist der Index berufs- und branchenübergreifend um 19 Punkte auf 126 Punkte gefallen. Der Wert erfasst die Zahl der Stellenanzeigen in den meistgenutzten Online-Jobbörsen, den Tageszeitungen und im Business-Netzwerk XING. Den Vergleichswert (100) bildet das erste Quartal 2015 – damals erfasste der Index etwa 112.500 Stellenanzeigen.

Schon seit Jahresbeginn ist der Index leicht gesunken, jetzt fiel er auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2017.

Schwund besonders bei Berufen im Finance-Bereich

Besonders nachgelassen hat die Nachfrage nach Fachkräften im Berufsfeld Finance (minus 27 Indexpunkte). Vor allem die Werte für Controller (minus 35 Indexpunkte) und Buchhalter (minus 31 Indexpunkte) fielen stark. Der Finance-Bereich hatte bislang dem Negativtrend getrotzt und über die letzten Quartale steigende Indexwerte – nun fällt er dafür umso steiler.

Noch stärker bergab ging es für den Spezialisierungsbereich Life Science: Für qualifizierte Arbeitskäfte in der Wissenschaft ging die im Index erfasste Nachfrage um 37 Punkte züruck. Etwas sanfter ist der Fall hingegen für Fachkräfte in Verkauf und Marketing (minus 20 Indexpunkte), für IT-Fachkräfte (minus 19 Indexpunkte) und für Ingenieure (minus 11 Indexpunkte).

Finanz- und Versicherungsbranche sucht immer weniger Fachkräfte

In der Branchenbetrachtung bilden die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister einen Ausreißer nach unten. Vom dritten auf das vierte Quartal 2019 nahm der Indexwert für deren Fachkräfte-Nachfrage um 40 Indexpunkte ab. Verglichen mit dem Höhepunkt der Stellenanzeigen-Zahl im zweiten Quartal 2019, betrug der Verlust gar 59 Indexpunkte. Am wenigsten Federn bei der Fachkräfte-Nachfrage ließ die öffentliche Verwaltung. Zwar sank sie auch hier, allerdings nur um einen einzigen Indexpunkt.

Den Hauptgrund für die fallende Tendenz sehen die Studienmacher des Recruiting-Dienstleister Hays in der unsicheren weltpolitischen Situation: “Viele Unternehmen schreiben derzeit keine neuen Stellen für Fachkräfte
aus. Sie warten ab, wie sich die Lage
entwickelt”, sagt Hays-Chef Christoph Niewerth. Wegen dieser Unsicherheit verließen auch nur wenige Fachkräfte ihre Stellen, weshalb der Arbeitsmarkt wenig volatil sei.

Im Fünf-Jahres-Vergleich gute Situation

Trotz des Verlustes im vierten Quartal 2019 ist die Situation relativ zum Basiswert Anfang 2015 gut: In keiner Branche und keinem Berufsfeld ist die aktuelle Nachfrage geringer als vor fünf Jahren.


Der Fachkräfte-Index für das vierte Quartal 2019 ist › hier abrufbar.