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Fachkräftemangel statt Digitalisierung: Die aktuelle Priorität von HR

Der Fachkräftemangel ist zur Priorität von HR geworden. Digitalisierung und Mitarbeiterführung müssen sich diesem unterordnen – auch wenn sie unter Umständen dabei unterstützen, trotz Arbeitnehmerknappheit Talente zu gewinnen und zu binden. Das geht aus einer Befragung der Unternehmensberatung Lurse hervor, für die regelmäßig HR-Verantwortliche in Deutschland die aus ihrer Sicht wichtigsten Themen der Personalarbeit angeben. Lag der Fachkräftemangel bisher noch auf Platz 5. hat er es bei der Umfrage im Sommer 2022 unter 224 Personalverantwortlichen aus deutschen Unternehmen – überwiegend große Mittelständler und Dax- sowie -MDax-Unternehmen – auf den ersten Rang geschafft.

In den vergangenen Jahren hatte bei der Lurse-Umfrage immer die Digitalisierung der Personalarbeit auf dem ersten Platz der wichtigsten HR-Themen gestanden. Nun wurde das Thema vom Fachkräftemangel überholt. 82 Prozent der befragten Unternehmen nannten den Mangel an Fachkräften als relevantes Personalthema – 19 Prozent mehr als 2021. Die Befragten berichten von einem angespannten Bewerbermarkt und einer vermehrten Fluktuation. Fast jedes zweite Unternehmen hat außerdem Probleme, Auszubildende oder Hochschulabsolventen zu finden.

Digitalisierung mit knappem Abstand auf Platz zwei der HR-Trends

Das HR-Thema Nummer 1 im Jahr 2022 war Digitalisierung. Und obwohl der Fachkräftemangel eine Präsenz wie nie zuvor zu haben scheint, spielt Digitalisierung laut den Befragten immer noch eine sehr große Rolle für die Personalarbeit. Sie ist mit 80 Prozent der Nennungen fast so wichtig wie der Fachkräftemangel. Derzeit denken sieben von zehn Befragten, dass Digitalisierungsfragen weiter an Bedeutung gewinnen; 84 Prozent gehen die Digitalisierung von HR bereits aktiv an. Bisher verfügen beispielsweise bereits 91 Prozent der Unternehmen über einen Employee Self Service und 88 Prozent über einen Manager Self Service.

Führung – vor allem virtuell ein Thema

Das Thema, dass die Personalverantwortlichen 2022 als das drittwichtigstes betrachten, ist mit 73 Prozent die Mitarbeiterführung – auch vorher schon rangierte das Thema unter den drei relevantesten. Das Verständnis von Leadership hat sich in den vergangenen Jahren für rund zwei von fünf Befragten verändert. Circa jeder zweite Personalverantwortliche ist der Meinung, dass das Thema Führung künftig eine noch größere Wichtigkeit bekommen wird.

Employer Branding: Work-Life-Balance im Fokus

Auf Platz vier der wichtigsten HR-Themen und Trends rangiert mit 79 Prozent und damit ebenfalls mit geringem Abstand das Employer Branding, dicht gefolgt vom Talent Management und Performance Management. Um die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen, setzen die Unternehmen vor allem auf eine gute Work-Life-Balance: 83 Prozent der Befragten nannten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Maßnahme. Um den oben genannten gestiegenen Gehaltserwartungen gerecht zu werden, haben viele Unternehmen zusätzlich zur monetären Vergütung Benefit-Programme aufgesetzt.


Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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