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Familienunternehmen besser als der Dax

In den 500 beschäftigungstärksten Familienunternehmen arbeiteten im Jahr 2012 weltweit 4,6 Millionen Personen, wobei der überwiegende Teil (3,3 Millionen) im Inland beschäftigt war. 2006 hatte die Inlandsbeschäftigung noch bei 2,97 Millionen gelegen; Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland ist bei den Top 500 Familienunternehmen also innerhalb von sechs Jahren um elf Prozent gestiegen. In derselben Zeit haben die nicht-familiengeführten Dax-Unternehmen ihre Inlandsbeschäftigung reduziert – von 1,5 auf 1,39 Millionen (minus 7,3 Prozent). Das betrifft alle Dax-Konzerne außer den drei Familienunternehmen unter ihnen: Beiersdorf, Henkel und Merck.

Größeres Umsatzplus bei den Familienunternehmen

Die 500 umsatzstärksten Familienunternehmen erwirtschafteten im Jahr 2012 weltweit einen Umsatz von über einer Billion Euro. Von 2006 bis 2012 verzeichneten sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 4,6 Prozent, die nicht-familiengeführten Dax-Unternehmen hingegen nur eine Steigerung von 1,9 Prozent. Außerdem ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote von Familienunternehmen höher als von Nicht-Familienunternehmen. Das sind die Ergebnisse der Studie “Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen”, die das Institut für Mittelstandsforschung Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt hat. Auftraggeber ist die Stiftung Familienunternehmen.

Rente mit 63 bereitet Sorgen

Die Untersuchung befasste sich des Weiteren mit den Herausforderungen für Familienunternehmen. Professor Michael Woywode vom Institut für Mittelstandsforschung, Mitverfasser der Studie, hält vor allem die Rente mit 63 für problematisch: “Die vorgezogene Rente entzieht den Familienunternehmen kurzfristig viele erfahrene Mitarbeiter, die diese fest für die zukünftige Mitarbeit im Unternehmen eingeplant hatten.” Er glaubt, dass die Regierung die Nachfrage nach der Rente mit 63 völlig falsch eingeschätzt habe. – Bis Ende November wurden mehr als 180.000 Anträge gestellt. Die deutsche Rentenversicherung rechnet mit Kosten, die allein in diesem Jahr um mehr als die Hälfte höher sind als geplant.

Zu den weiteren Herausforderungen zählt der veränderte gesetzliche Rahmen mit der Frauenquote und geplanten Beschränkungen für Zeitarbeit und Werksverträge, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes. Und nicht zuletzt stünden gerade die Familienunternehmen mit dem Wandel, der sich hinter dem Schlagwort “Industrie 4.0” verberge, vor einschneidenden Veränderungen bei der Neubestimmung von Wertschöpfungsketten und der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter. Zugleich steige aber auch die Attraktivität der Familienunternehmen für Bewerber, weil bei ihnen individuellere Karrieren möglich seien als anderswo.

Weitere Informationen und ein Download der Studie stehen auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung Mannheim bereit:
www.institut-fuer-mittelstandsforschung.de