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Die größten Frustauslöser im Job

Mitarbeiterin schaut entsetzt auf großen Aktenberg
Zu wenig Mitarbeiter für die zu bewältigende Arbeit ist Frustfaktor Nummer eins im Job. Foto: © fotodesign-jegg.de/StockAdobe

Als häufigste Ursache für Unzufriedenheit im Job geben die Deutschen an, dass zu wenig Mitarbeiter oder ein zu geringes Budget für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben zur Verfügung stehen. Auf einer Skala von eins (nie) bis sechs (praktisch immer) erreicht dieser Aspekt einen Wert von 4,41. Das geht aus der Studie “Arbeitslust vs. Arbeitsfrust: Was den Deutschen die Arbeitsfreude vermiest” der ISM International School of Management hervor. An der Befragung nahmen im August 903 Personen verschiedener Branchen und Funktionen teil. 50 Prozent verfügen über eine akademische Ausbildung, 30 Prozent haben eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Fehlende Karrierechancen und wenig Vertrauen ins Top-Management

Auf dem zweiten Platz von 30 erfragten Frustfaktoren rangieren fehlende Karriereoptionen mit einem Wert von 4,13. Auf Platz drei mit 4,05 Punkten folgt zu wenig Vertrauen ins Top-Management. Auf dem nächsten Platz rangiert “kaum kritisches Feedback (Lernchancen)” mit einem Wert von 3,93 und Platz fünf teilen sich mit je 3,91 Punkten die Aspekte “kaum positives Feedback (Wertschätzung)” sowie Unzufriedenheit mit dem aktuellen Gehalt. Auf den Rängen sechs bis zehn folgen ein Übermaß an Bürokratie (3,9), mangelndes Potenzial für die Gehaltsentwicklung (3,88), mangelnde Qualität der direkten Führung (3,8), mangelnde Förderung, zum Beispiel Training (3,68) und das Gefühl der Unterforderung (3,62). Hier fällt auf, dass fünf der zehn am häufigsten genannten Faktoren für Arbeitsunzufriedenheit das Thema Führung betreffen. Ein Großteil der Befragten beklagt sich über zu wenig Feedback durch den Vorgesetzten, sei es in Form von Wertschätzung oder konstruktiver Kritik.

Führungskräfte sind weniger frustriert als andere Mitarbeiter

Im Unterschied zu Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung erleben Führungskräfte deutlich weniger Frust bei der Arbeit. Die Studie zeigt, dass fast alle der Faktoren bei ihnen weniger stark ausgeprägt sind. So verspüren sie zum Beispiel mehr Kontrolle, was ihre Aufgaben und Ziele betrifft, sehen für sich mehr Karriereperspektiven und sind zufriedener mit der Förderung durch Trainings.

Frauen sind unzufriedener als ihre männlichen Kollegen

Die Auswertung nach Geschlechtern zeigt zwar hinsichtlich der Frust auslösenden Faktoren kaum Unterschiede, allerdings sind die Werte bei Frauen meist höher. Spürbar unzufriedener als ihre männlichen Kollegen sind sie mit der Qualität ihrer Führungskraft, außerdem vermissen sie noch stärker Feedback vom Vorgesetzten und sie haben bezüglich ihrer Aufgaben schneller das Gefühl von Sinnlosigkeit.

Faktoren, die zur Wechselbereitschaft führen

Fehlende Freude bei der Arbeit und Unzufriedenheit führen zumeist nicht sofort zur Kündigung, nach längerer Zeit des Frustes schließen Mitarbeiter jedoch innerlich schon mit dem Job ab. Dabei sind nicht alle Faktoren in gleicher Weise ausschlaggebend dafür, ob jemand wechselbereit ist. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es in erster Linie drei Gründe sind, die zur Wechselbereitschaft führen: der Mangel an Karriereperspektiven, zu wenig Spaß bei der Arbeit und die fehlende Identifikation mit der Unternehmenskultur. Zusammen machen diese Ursachen 39 Prozent der Aspekte aus, die zur Kündigungsabsicht führen.

Aus Sicht von Studienautor Nico Rose ist es sinnvoll, wenn Unternehmen bei jenen Missständen ansetzen, die sowohl häufig auftreten als auch von den Mitarbeitern besonders intensiv erlebt werden.

Führungskräfte müssen lernen, sinnvolles Feedback zu geben, das betrifft die Häufigkeit genauso wie Inhalt und Timing,

so Rose. Die Menschen bräuchten ihre Streicheleinheiten, aber sie hätten auch den Wunsch nach Wachstum und dem Ausbau ihrer Fähigkeiten. Ein weiterer zentraler Punkt sei Vertrauen: Manager müssten nahbarer werden und sich selbst sowie ihre Entscheidungen besser vermitteln können.

Die vollständigen Studienergebnisse stehen zum > Download zur Verfügung,

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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