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Motivation und Leistung sinken, wenn das Geld fehlt

Mann stützt Kopf auf
Finanzielle Unsicherheiten wirken sich negativ auf Mitarbeiter aus. Foto: © StockSnap/px

Das Unternehmen Willis Towers Watson befragte für die Studie rund 2.000 Arbeitnehmer in Deutschland. Im Ergebnis ist zu sehen, dass 36 Prozent der Befragten von Gehaltsabrechnung zu Gehaltsabrechnung und ohne finanzielle Rücklagen leben. Dabei gaben 21 Prozent dieser Gruppe an, dass sich Geldsorgen auch auf ihre berufliche Leistung auswirken, 23 Prozent litten in den vergangenen zwei Jahren unter Stress, Angstzuständen oder Depressionen.

Dr. Heinke Conrads, Leiterin Retirement Deutschland und Österreich bei Willis Towers Watson, sieht eine aktuelle Zuspitzung, hevorgerufen durch die Krisensituation:

Durch die Corona-Krise verschärft sich diese Situation aktuell für viele Arbeitnehmer zusätzlich – Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit sorgen für Verunsicherung. Gerade jetzt ist es für Unternehmen besonders wichtig, ihre Mitarbeiter durch zusätzliche Unterstützung weiterhin zu motivieren. Ein gutes Benefits-Programm und Financial-Wellbeing-Lösungen sind wichtige Tools, um das Engagement hoch zu halten.

Wunsch nach Unterstützung

Im Bereich Financial Wellbeing wünschen sich 42 Prozent der Befragten digitale Hilfe beim Management ihrer Ausgaben und Rücklagen, um so ihre finanzielle Situation zu verbessern. 38 Prozent möchten Zugang zu gehaltsbezogenen Spar- und Investmentmodellen und 29 Prozent zu einem Berater. Wer in das Thema Financial Education investiert, profitiert langfristig: Mitarbeiter mit mehr Finanzwissen fühlen sich eher auf dem richtigen Weg (62 Prozent) als Mitarbeiter mit weniger (48 Prozent).

Financial Education ist hierzulande noch nicht besonders verbreitet, jedoch ein gutes Mittel, um Mitarbeiter gerade in Krisenzeiten zu unterstützen. Wer jetzt auf die Sorgen seiner Mitarbeiter eingeht und bedarfsgerechte Lösungen schafft, profitiert davon auch über die Krise hinaus,

sagt Conrads.

Was Unternehmen tun können

Neben Unterstützung bei den Finanzen können Unternehmen auch im Bereich Benefits punkten. Gerade unter Mitarbeitern, die finanziell angeschlagen sind, wünschen sich 41 Prozent großzügigere Benefits, wie zum Beispiel eine betriebliche Altersversorgung (bAV) oder eine Absicherung, die z. B. bei Invalidität oder Unfall greift. Erst an zweiter Stelle steht mehr Gehalt (38 Prozent).

Hinzu kommt, dass 45 Prozent die bAV des Arbeitgebers als wichtiger denn je empfinden. Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Mitarbeiter möchten von ihrem Arbeitgeber bei der bAV aktiv unterstützt werden. Wenn es um die Gestaltung der bAV geht, kommt es Mitarbeitern vor allem auf Flexibilität an: 66 Prozent möchten die bAV bei einem Arbeitgeberwechsel übertragen können, genauso viele wünschen sich flexible Auszahlungsoptionen im Rentenfall. Auch die Absicherung von Berufsunfähigkeit oder Todesfall gewinnen an Bedeutung.

Altersvorsorge ist von hoher Bedeutung

46 Prozent der Arbeitnehmer mit einer bedarfsgerechten bAV sehen diese als einen wichtigen Grund an, um bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben. Und sogar 70 Prozent der Befragten mit einer bedarfsgerechten bAV geben an, stolz darauf zu sein, für ihren Arbeitgeber zu arbeiten. Damit kommt der bAV als personalpolitisches Instrument eine
wichtige Rolle zu, und für Unternehmen lohnt es sich, auf die Bedürfnisse der
Mitarbeiter einzugehen.

Obwohl etwas mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) denken, dass sie im Alter finanziell schlechter dastehen werden als ihre Eltern, sind viele sparbereiter, als sie wirklich sparen: Insgesamt 44 Prozent der Studienteilnehmer wären dazu bereit, mehr in die Altersvorsorge zu investieren. Doch nur etwa 42 Prozent der Befragten erreichen ihre selbst gesetzten Sparziele.

Die aktuelle Studie zeigt aber deutlich, dass die bAV ein gutes Mittel zur Alterssicherung ist: 85 Prozent der Mitarbeiter, die eine bAV haben, legen jährlich einen Teil ihres Jahreseinkommens für ihre Altersvorsorge zurück. Bei Teilnehmern ohne bAV tun dies lediglich 61 Prozent. Hinzu kommt, dass 52 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass eine Betriebsrente ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis liefert als private Vorsorge.

Dazu sagt Wilhelm-Friedrich Puschinski, Leiter General Consulting bei Willis Towers Watson:

Wer langfristig mit einer bAV spart, kann kurze Ausfälle ausbalancieren. Die Entgeltumwandlung wird bei den meisten Mitarbeitern ganz normal weiterlaufen und niedrige Zinsen beschäftigen uns bereits seit der Finanzkrise. Das zeigt, dass die bAV auch in Krisensituationen ein gutes Mittel für die Vorsorge ist – sie kann auch mal eine Delle vertragen.

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