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Firmentippspiele auch im EM-Sommer gefragt

Schon im EM-Fieber? Am 10. Juni ist es so weit; Bild: Coloures-pic/Fotolia.de
Schon im EM-Fieber? Am 10. Juni ist es so weit; Bild: Coloures-pic/Fotolia.de

Am 10. Juni ertönt in Paris der Anpfiff für das erste Spiel der Fußball-Europameisterschaft. Millionen Deutsche werden das Geschehen vor dem Fernseher verfolgen. Viele peppen ihren Alltag zudem damit auf, gegeneinander in heiß diskutierten Tipprunden anzutreten. Auch in zahlreichen Unternehmen gehören derartige Tippligen längst zur Unternehmenskultur – mehr noch: Sie tragen zu einem positiven Arbeitsklima bei.

“Ein firmeninternes Tippspiel zu den großen Turnieren im Sommer ist für unsere Mitarbeiter von genauso großer Bedeutung, wie die richtige Aufstellung für Jogi Löw”, sagt Justus Strüver, Marketing Manager bei der Vion Food Group, wo alle zwei Jahre Arbeitskollegen von allen Standorten, aus allen Abteilungen, Experten wie Laien, EM- und WM-Spiele tippen und so ihren internen Tippkönig ermitteln. Und hier geht es nicht nur Mann gegen Frau, sondern auch Abteilung gegen Abteilung, Standort gegen Standort, Land gegen Land. “Wir haben festgestellt, dass mit einem Augenzwinkern zwar unerbittlich gegeneinander getippt wird, aber auch, dass dieser Wettbewerb die positive Kommunikation untereinander nachhaltig anstößt. Hier entsteht Gesprächsstoff, der ein Fußballturnier lange überdauert und von dem wir so als Unternehmen profitieren”, erklärt Strüver weiter.

Quoten als Spannungselement

Während früher Tippspiele noch mit spitzen Bleistift und dickem Notizblock von akribischen Mitarbeitern zusammengetragen wurden, finden sie mittlerweile längst online statt und ermöglichen so die Tippabgabe in Sekundenschnelle. Eines der ältesten deutschen Unternehmenstippspiele ist der Anbieter > Lagol, der auch bei der Vion Food Group im Einsatz ist. Lagol ist ein Online-Tippspiel, das von der Kölner Webagentur Netzlabor bereits 2002 erfunden wurde. Seitdem tippen Mitarbeiter oder Kunden von Unternehmen wie Audi, Skoda, Cewe Color, Belfor, Weinor oder eben Vion über das Tool.

Lagol funktioniert nach einem ausgeklügelten Quotensystem. Selbst die Arbeitskollegen, die nach der Vorrunde noch abgeschlagen scheinen, könnten dadurch am Ende immer noch der strahlende Sieger werden. Darüber hinaus sind alle Spielzüge auf die Bedürfnisse von Firmenkunden abgestimmt: ein individuelles Maskottchen, dass alle Schritte im Spiel erklärt, gehört dabei ebenso dazu wie die mehrsprachige Aufmachung und die Möglichkeit, Social-Media-Seiten oder Webshops einzubinden.

Wer 2:1 tippt, liegt voll im Trend

Die Fußballnation glaubt an das 2:1. Quelle und Bild: www.lagol.de
Die Fußballnation glaubt an das 2:1. Quelle und Bild: www.lagol.de

Das 2:1 ist das am häufigsten getippte Ergebnis (siehe Grafik), wenn in deutschen Büros, Werkshallen oder Produktionsstätten in internen Tipprunden EM- oder WM-Spiele getippt werden. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Analyse von Lagol, für die 2,5 Millionen Tipps ausgewertet wurden. Demnach glauben 23 Prozent der Deutschen bei Welt- und Europameisterschaften an dieses Ergebnis, wenn sie den Ausgang eines Spiels vorhersagen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Ergebnisse 2:0 und 1:0 (beide 17 Prozent). Basis der Analyse sind Tippabgaben seit der WM 2002 bis heute – also der letzten sieben Turniere.

Mit diesem Ergebnis scheint gleichzeitig der Grund gefunden, warum Firmentippspiele im Kollegenkreis oft ausgerechnet von den selbsternannten “Experten” gewonnen werden, die den Pariser Prinzenpark eher für eine Kekssorte als für ein Stadion der EM 2016 in Frankreich halten. Denn: Das 2:1 liegt in der Rangliste der tatsächlichen Endergebnisse bei Europameisterschaften auf dem zweiten Platz. Schaut man sich die bisherigen 234 EM-Spiele seit 1968 an, lautete das Endergebnis 42 Mal wirklich 2:1. Lediglich das 1:0 stand beim Schlusspfiff noch häufiger auf der Anzeigetafel – wenn auch nur ein Mal mehr (43 Mal).

Zum Schluss also ein heißer Tipp fürs Tippen: Wer die Kollegen hinter sich lassen und Tippkönig werden möchte, sollte auf ein 1:0 oder ein 2:1 setzen – völlig egal, wer spielt.