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Flexible Arbeitszeit für die Selbstbestimmung

Schon Jobstarter denken in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeiten an ein Sabatical.
Foto: © blende11.photo/Fotolia.de
Schon Jobstarter denken in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeiten an ein Sabatical.
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Flexible Arbeitszeiten gehören aus der Sicht von Berufsanfängern zu den Top-Attraktivitätsattributen für Arbeitgeber. Die Mehrheit der Jobstarter bevorzugt solche Modelle. Rund zwei Drittel (63 Prozent) würden einen Jobwechsel in Betracht ziehen, wenn sie auf ein entsprechendes Stellenangebot stoßen. Fast ein Viertel würde sich bei Fehlen des Themas in einer Stellenanzeige erst gar nicht bewerben. Was die Flexibilisierung des Arbeitsortes betrifft, so ist das Home Office für 56,5 Prozent der Berufsstarter wichtig, aber nur für sieben Prozent ein entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Normale Kernarbeitszeiten gewünscht

Trotz der Vorliebe für flexible Arbeitszeiten bevorzugen drei Viertel der Berufsanfänger hierzulande als Kernarbeitszeit 7 bis 16 oder 8 bis 17 Uhr. Geht es um die Anzahl der Wochenstunden, so möchten sie im Schnitt etwas mehr als 36 Stunden arbeiten. Das sind Ergebnisse des aktuellen GenY-Barometers, den das Karrierenetzwerk > Absolventa gemeinsam mit dem Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Trendence durchgeführt hat. Für die Untersuchung in Kooperation mit der Hochschule Koblenz wurden 2024 Teilnehmer befragt.

Flexibilität soll vor allem dem Privatleben nutzen

Die meisten Berufsanfänger bewerten flexible Arbeitszeiten vor allem dann positiv, wenn sie mit einer Aufwertung der eigenen Freizeit und Unabhängigkeit und einer besseren Work Life Balance verbunden sind. So verbinden 96 Prozent der Befürworter flexibler Arbeitszeiten damit mehr Selbstbestimmung und wünschen sich Angebote in diese Richtung. 87 Prozent halten ein Stundenkonto zum Aufbau eines Sabbaticals für attraktiv. Das Hauptargument für flexible Arbeitszeiten ist für 55 Prozent der Jobstarter die Planungssicherheit für private Termine. An zweiter Stelle mit 25 Prozent steht das Argument, mit gutem Gewissen nach Hause gehen zu können. 13 Prozent gehen davon aus, dass eventuell entstehende Überstunden bezahlt oder abgefeiert werden können.

Die Forderung nach flexibler Arbeitszeit geht jedoch nicht einher mit dem Wunsch zur Abschaffung von Zeitvorgaben und Zeiterfassungen. 42 Prozent befürchten, in diesem Fall mehr arbeiten zu müssen. Auch die Bereitschaft, an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten, ist bei Jobstartern eher verhalten. Ebenso gering ausgeprägt ist der Wille, auch einmal in den Abendstunden zu arbeiten; 58 Prozent lehnen dies ab.

Wer in einem Atemzug Flexibilität und einen ‘Nine-to-five-Job’ fordert, reduziert flexible Arbeitszeitmodelle auf schlichte Gleitzeit,

kommentiert Prof. Dr. Christoph Beck von der Fachhochschule Koblenz die Ergebnisse. Außerdem habe diese Generation hohe Ansprüche: Flexibilität sei nur dann gewünscht, wenn sie den jungen Menschen nutze.

Darüber hinaus zeigen die Befragungsergebnisse, dass der Begriff der flexiblen Arbeitszeiten vielen Berufsstartern gar nicht klar ist. Lediglich sieben Prozent der Befragten fühlen sich ausreichend darüber informiert. Mehr als die Hälfte wünscht sich in Stellenanzeigen eine genauere Umschreibung des Begriffes, und 41 Prozent geben an, dass dies von Fall zu Fall angeraten sei.