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Folgen der Veränderung

Die gegenwärtigen Veränderungsprozesse bringen einige Tiefdruckgebiete mit sich, für die sich Unternehmen wappnen sollten. 
Foto: © doris oberfrank-list/Fotolia.de
Die gegenwärtigen Veränderungsprozesse bringen einige Tiefdruckgebiete mit sich, für die sich Unternehmen wappnen sollten.
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Die gegenwärtigen Veränderungsprozesse in der Wirtschaft bleiben nicht ohne Folgen für die Mitarbeiter. Viele Belegschaften wandeln “auf einem schmalen Grad zum Burnout”, stellt Melanie Vogel, Geschäftsführerin der Agentur ohne Namen, fest, die die Studie “HR Future-Trends 2016” durchgeführt hat. Es drohe die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft, bestehend aus jenen, die mit der Digitalisierung Schritt halten, und jenen, die genau das versäumen. Aber auch der Fachkräftemangel und der demografische Wandel sorgen für Tiefdruckgebiete, denen sich Unternehmen widmen sollten, so Vogel.

Knackpunkt Arbeitsvolumen

Schon heute gibt mehr als jedes zweite Unternehmen (54,1 Prozent) an, nicht genügend qualifizierte Bewerbungen zu bekommen. 41,9 Prozent klagen über akuten Fachkräftemangel. Das sind Ergebnisse der Studie, an der von Anfang März bis Ende Mai dieses Jahres 103 Unternehmen aus Deutschland teilgenommen haben. Das Thema der diesjährigen Umfrage lautete “Veränderung und Transformation im Windschatten von Industrie 4.0 und Digitalisierung”. 27 Prozent der Firmen zählen mit jeweils über 5.000 Mitarbeitenden zu den Großunternehmen, über 40 Prozent sind kleine und mittlere Unternehmen.

Sowohl die Digitalisierung als auch der demografische Wandel sorgen für eine Verknappung der Talente. Und gerade die Jobs, die von Automatisierung und Digitalisierung betroffen sein werden, sind komplexer und verlangen mehr persönlichen Einsatz, so die Studie. Danach werden künftig Kompetenzen wie Querdenken, mentale Flexibilität und interkulturelle Kompetenzen an Bedeutung gewinnen. Jedoch sagen 61 Prozent der befragten Firmen, dass Hochschulabsolventen nicht ausreichend auf die Arbeitswelt vorbereitet sind.

Beschleunigte Change-Prozesse

Unternehmen durchlaufen immer häufiger Veränderungsprozesse, um mit der Digitalisierung und dem Innovationsdruck Schritt halten zu können. Allerdings gaben 40 Prozent der befragten Unternehmen an, dass diese Prozesse nicht durch entsprechende Personalentwicklungs- und Weiterbildungsprogramme begleitet werden. Hier müssen die Mitarbeiter mit ins Boot genommen werden, aber nicht durch Zwang, so Melanie Vogel. Um freiwillige Unterstützung zu fördern, müsse im Unternehmen aktiv für Veränderungen geworben werden.

Zunehmende Emotionsarbeit

44,6 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie eine Zunahme der psychischen Belastung feststellen. Das ist laut Studie kaum verwunderlich, da viele Menschen vor allem in den technischen Berufen nicht auf eine zunehmend dienstleistungsorientierte Wirtschaft vorbereitet seien. Der steigende Bedarf an Emotions- und Beziehungsarbeit sei eine der größten Belastungen, die auf die Mitarbeiter zukommt.

Steigender Verantwortungsdruck

Nicht nur die Anforderungen an Mitarbeiter steigen, sondern auch der Verantwortungsdruck. Das stellten 70,3 Prozent der Befragten fest. Zusätzlich konstatierten 39,2 Prozent einen vermehrten Anstieg psychischer Erkrankungen. Politik und Ökonomie verlagern immer mehr Verantwortung auf das Individuum, so die Studie. Persönliche Weiterbildung, Empowerment, Vereinbarkeit von Beruf und Familie – der Mensch werde zum “Lebens-Unternehmer”, ohne eine entsprechende “Gründungsberatung” an die Hand zu bekommen.

Verlängerte Lebensarbeitszeit

Das fünfte Tiefdruckgebiet, dass Unternehmen im Auge behalten müssen, ist die verlängerte Lebensarbeitszeit. Der demografische Wandel führt zu einer strukturellen Verknappung der Fachkräfte, so dass die Menschen länger arbeiten müssen. In 50,6 Prozent der befragten Unternehmen ist die Belegschaft älter als 40 Jahre. Bei 16,8 Prozent der Firmen werden 20 bis 30 Prozent der Mitarbeitenden in den kommenden fünf Jahren in Rente gehen. Daher, so die Studie, werden Demografie-Management und betriebliches Gesundheitsmanagement immer wichtiger.

Die Studie steht als > PDF-Datei zur Verfügung.

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