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Fragebogen zur Bestimmung des BGM-Reifegrads

Stethoskop liegt auf PC-Tastatur
Unternehmen, die eine Diagnose für ihr eigenes BGM möchten, steht dafür ein Online-Fragebogen zur Verfügung.
Foto: © OceanProd/StockAdobe

Unternehmen, die wissen möchten, wie es um den derzeitigen Reifegrad ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements steht, können den Ist-Zustand anhand eines neuen Online-Fragebogens testen, der im Rahmen universitärer Forschung entwickelt wurde.

Der Arbeits- und Organisationspsychologe und Gesundheitssoziologe Dr. Andreas Glatz und die Rehabilitationswissenschaftlerin Julia Schweig haben den Fragebogen “Kölner BGM-Reifegrad-Index” auf Basis der Spezifikation “Betriebliches Gesundheitsmanagement” (DIN SPEC 91020) erarbeitet. Er richtet sich an Gesundheits- manager oder andere Verantwortliche im Unternehmen, die Funktionen des BGM wahrnehmen und ihr Gesundheitsmanagement professionalisieren wollen. Der Check fragt in erster Linie nach dem Vorhandensein bestimmter Sachverhalte, etwa danach, ob die betriebliche Gesundheitspolitik den Mitarbeitern bekannt ist oder ob sie bestimmte Forderungen enthält; es geht nicht um eine Selbsteinschätzung der BGM-Reife. Der starke Faktenbezug soll für eine größere Objektivität der Ergebnisse sorgen.

BGM-Reifegrad wird zu Einzelaspekten und als Gesamtwert ermittelt

Nach Beantwortung aller Fragen können die Teilnehmer – in Anlehnung an die oben genannte DIN – die Auswertung zur BGM-Reife ihres Unternehmens anfordern. An eine E-Mail ihrer Wahl erhalten sie, grafisch wiedergegeben, die Werte zu folgenden sieben Aspekten: Umfeld der Organisation, Führungsverhalten, Planung, Unterstützung, Betrieb, Evaluation der Leistung und Verbesserung. Außerdem wird aus den einzelnen Aspekten der daraus resultierende Gesamtindex für den Reifegrad des BGM ermittelt und angezeigt. Die Unternehmen erfahren nicht nur, wie ihre BGM-Reife im Verhältnis zum Ideal liegt, sondern erhalten auch eine Benchmark, die darüber informiert, wie viele Punkte andere Betriebe, die an der Befragung teilgenommen haben, im Schnitt bei den Einzelkriterien und beim Gesamtwert erzielten. Damit bekommen sie Anhaltspunkte dafür, an welchen Punkten sie ihre eigene BGM-Reife verbessern können.

Erste Ergebnisse zeigen deutliches Entwicklungspotenzial

Bisher wurden 45 Fragebogen auswertet. Dabei zeigte sich insbesondere, dass kleine und mittlere Unternehmen weniger als die Hälfte der möglichen Punktzahl erreicht haben und große Unternehmen auch nur knapp über der Hälfte liegen. Das Entwicklungspotenzial, so die Forscher, sei also erheblich. Die besten Bewertungen erhielt noch der Aspekt “Umfeld der Organisation” mit 63,5 von 100 möglichen Punkten, während die Dimension “Evaluation der Leistungen” mit 31,4 Punkten an letzter Stelle liegt.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.