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Frauen arbeiten wesentlich kürzer als Männer

Der Unterschied, der sogenannte “Gender Time Gap”, sei seit Anfang der 1990er-Jahre stark gewachsen und habe sich auf konstant hohem Niveau eingependelt. Während Frauen in Deutschland im Schnitt 30,3 Stunden pro Woche einem bezahlten Job nachgehen, liegt die Quote bei Männern bei 39,6 Stunden. Dies entspricht einem Arbeitszeitunterschied von 9,3 Stunden oder rund 23 Prozent.

Arbeitszeiten sanken bei Frauen stärker als bei Männern

Zurückzuführen ist die Differenz unter anderem auf den unterschiedlich starken Rückgang der Arbeitszeiten. Zwischen 1991 und 2013 sank die durchschnittliche Arbeitszeit bei Männern von 41,2 auf 39,6 Stunden. Bei den Frauen ging sie dagegen sehr viel stärker um mehr als vier Stunden von 34,4 auf 30,3 Stunden zurück.

Zudem ist die Verteilung der Geschlechter auf die einzelnen Arbeitszeitgruppen ungleich. Während 64 Prozent der Männer in einer “Normalarbeitszeit” von 36 bis 40 Stunden arbeiten, gebe es “kaum eine Arbeitszeitdauer, die für Frauen als normal gelten kann”, schreiben die Wissenschaftler. Vollzeit arbeiten lediglich vier von zehn Frauen – sieben Prozent länger, 33 Prozent dagegen lediglich 15 bis 30 Stunden pro Woche.

Nur sechs Prozent der Väter arbeiten in Teilzeit

Zwar gingen heutzutage deutlich mehr Frauen einer Erwerbstätigkeit nach, doch seien die meisten zusätzlichen Stellen Teilzeitjobs, heißt es in dem Report weiter. Die Teilzeitquote von Müttern betrage derzeit 70 Prozent, bei den Vätern sechs Prozent. Darüber hinaus hätten sehr kurze Arbeitszeiten unter 15 Stunden, die dem WSI zufolge “in der Regel kein existenzsicherndes Einkommen garantieren”, vor allem für Frauen an Bedeutung gewonnen. Lag die Quote hier 1991 noch bei sieben Prozent, waren es 2013 bereits 14 Prozent. (ds)

Der WSI-Report zu den Arbeitszeiten kann hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Quelle: www.personalpraxis24.de