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Frauen, Beruf und Geld – was die Statistik sagt

Lächelnde Frau mit Schürze/Chefin in einem Blumengeschäft
Die Floristik ist der berufliche Bereich, in dem der Anteil selbstständiger Frauen am höchsten ist.
Foto: © Monkey Business/StockAdobe

Von 2007 bis 2017 hat sich in Deutschland der Anteil der Frauen, die von eigener Erwerbstätigkeit leben, erhöht. Verdienstunter- schiede zwischen Müttern und Vätern bestehen weiter und der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt noch unter einem Drittel. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts, die anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März veröffentlicht wurden.

Immer mehr Frauen leben von eigener Erwerbstätigkeit. Im Jahr 2007 bestritten noch knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit. Zehn Jahre später waren es fast drei Viertel (72 Prozent). In der Altersgruppe der 55- bis 64 Jährigen ist die Veränderung noch größer: Hier lag der Anteil 2007 erst bei gut einem Drittel (36 Prozent) und nahm bis 2017 auf mehr als die Hälfte (57 Prozent) zu.

Berufstätige Mütter verdienen deutlich weniger als arbeitende Väter

In Sachen Verdienstunterschiede zwischen Müttern und Vätern hat sich nicht allzu viel getan, wie > Destatis berichtet. Nach Ergebnissen der Einkommensteuerstatistik 2014 erhielten berufstätige Mütter im Jahr nach der Geburt des ersten Kindes im Schnitt 29 000 Euro weniger Bruttolohn als Väter (ohne Elterngeld). Auch mit steigendem Alter der Kinder nimmt der Verdienstunterschied kaum ab: Ab dem zweiten Lebensjahr des Kindes verringerte sich die Differenz zwar auf rund 22 000 Euro, blieb aber zumindest bis zum 18. Lebensjahr in annähernd gleicher Höhe bestehen. Ältere Kinder sind nur noch in Ausnahmefällen steuerlich relevant und somit nicht mehr vollständig in der Statistik enthalten.

Knapp 30 Prozent der Frauen arbeiten in Führungspositionen

2017 lag der Anteil von Frauen, die in Führungspositionen tätig waren, laut Arbeitskräfteerhebung bei 29,2 Prozent. Die höchste Quote verzeichneten weibliche Führungskräfte im Bereich Erziehung und Unterricht (64,6 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (61,3 Prozent); dort waren Männer in Führungspositionen in der Minderheit. Im Baugewerbe war der Anteil weiblicher Managerinnen mit elf Prozent am geringsten.

Selbstständige Frauen zieht es vor allem in wenige Berufe

Für die Auswertung wurde auch der Anteil von Selbstständigen untersucht. Danach war vor zwei Jahren rund ein Drittel (35 Prozent) der Selbstständigen zwischen 25 bis 54 Jahren weiblich. Besonders hohe Anteile von Frauen unter den Selbstständigen gab es in Berufen der Floristik (93 Prozent) sowie in Körperpflege und Erziehung/Sozialarbeit (jeweils 87 Prozent). Hier erklärt sich der hohe Anteil weiblicher Führungskräfte allerdings dadurch, dass diese Berufe insgesamt von Frauen dominiert werden. In etwa ausgeglichen ist das Geschlechterverhältnis zum Beispiel in den Bereichen Redaktion und Journalismus, dort beträgt der Anteil selbstständiger Frauen 52 Prozent. Ähnlich sieht es in Reinigungsberufen aus, dort macht der Anteil 49 Prozent aus. Am unteren Ende der Skala liegt der Frauenanteil unter den Selbstständigen in Berufen der Land- und Tierwirtschaft; er betrug 2017 nur 15 Prozent.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.