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Frauen nach wie vor unterrepräsentiert

Zwei Frauen in Businesskleidung, von denen hauptsächlich die Beine zu sehen sind, steigen eine Treppe hoch
Dass Frauen beruflich den Aufstieg schaffen, ist hierzulande immer noch nicht Normalität. Foto: © Nattakorn/Fotolia.de

In Deutschland hat die Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Allerdings bestehen in der Arbeitswelt nach wie vor große Geschlechtsunterschiede. So hat laut einer aktuellen Studie nur knapp jede siebte Frau, aber fast jeder dritte Mann eine Führungsposition inne.

Im Jahr 2015 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen hierzulande bei 69,8 Prozent und die von Männern bei 77,7 Prozent. Doch unterscheiden sich die Geschlechter nach wie vor hinsichtlich ihres Arbeitsvolumens, der Gehälter sowie ihrer Anteile in Führungspositionen. So arbeiten lediglich 14 Prozent der Frauen in einer Führungsposition, während es bei den Männern 32 Prozent sind. Und selbst wenn Frauen in Leitungspositionen arbeiten, führen sie im Durchschnitt 18 Mitarbeiter weniger als Männer. Außerdem fühlen sie sich bei Beförderungen und Gehaltserhöhungen häufiger übergangen. Das zeigt der Monitor “Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsplatz” der Initiative Neue Qualität der Arbeit, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales getragen wird. Der Monitor basiert auf der Längsschnittstudie “Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg”, für die 770 Personalverantwortliche sowie 7100 Beschäftigte in Deutschland befragt wurden.

Gläserne Decke oder andere Ursachen?

Dass Frauen gegenüber ihren männlichen Kollegen seltener in Führungsjobs zu finden sind, hat nach Ansicht von Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability und Themenbotschafterin Chancengleichheit & Diversity bei der Initiative Neue Qualität der Arbeit, damit zu tun, dass Frauen immer noch oft an die sogenannte gläserne Decke stoßen. Andererseits führt Rump strukturelle und kulturelle Ursachen an: Frauen arbeiteten der Familie zuliebe sehr viel häufiger in Teilzeit, hätten unterbrochene Lebensläufe und organisierten sich zu wenig.

Wir brauchen eine offene Unternehmenskultur mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, transparente Karrierewege mit klaren Fixpunkten, die für alle gelten, aktivere Netzwerke und Mentorenprogramme für Frauen, aber auch ein Umdenken, um mit Stereotypen aufzuräumen,

so Rump. Dabei könnten auch die Möglichkeiten der Digitalisierung helfen.

Aus der Studie geht auch hervor, dass immer mehr Betriebe gezielt Maßnahmen für mehr Chancengleichheit umsetzen. Jeder vierte Betrieb will den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen. Die häufigsten Maßnahmen auf dem Weg dorthin sind flexible Arbeitszeiten, Teilzeit für Führungskräfte und spezielle Weiterbildungen.

Der Monitor “Monitor “Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsplatz” steht als > hier als Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.