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Frauen reicht die Projektleiterstufe

Noch weiter nach oben? Für Frauen nach wie vor weniger eine Option als für Männer. Foto: © WavebreakMediaMicro/Fotolia.de
Noch weiter nach oben? Für Frauen nach wie vor weniger eine Option als für Männer. Foto: © WavebreakMediaMicro/Fotolia.de

, wie eine Langzeituntersuchung zeigt.

Nach wie vor haben Frauen andere Karriereziele und Erwartungen an ihren Arbeitsplatz als Männer. Männer streben häufiger eine Position als Führungskraft, Vorstandsmitglied oder Selbständiger an als Frauen. Befragungen junger Fach- und Führungskräfte ergaben, dass knapp 19 Prozent der Männer Unternehmer werden wollen, während es bei den Frauen nur neun Prozent sind. Acht Prozent der Männer visieren eine Vorstandsposition an, jedoch nur drei Prozent der Frauen. Von ihnen bevorzugen dagegen 22 Prozent einen Job als Projektleiterin. Das zeigt die Studie “Familienunternehmen als Arbeitgeber. Die Einstellungen und Erwartungen junger Fach- und Führungskräfte”, die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen von der TU München durchgeführt wurde. Für die Langzeitstudie wurden an den “Karrieretagen Familienunternehmen” zwischen 2008 und 2015 insgesamt 2400 Teilnehmer befragt.

Frauen finden eine Fachlaufbahn attraktiver, da sie möglicherweise viel früher die Vereinbarkeit von bestimmten Positionen mit einer Familie antizipieren und sich selbst nach wie vor in erster Linie in der Pflicht sehen, beides miteinander zu vereinbaren,

kommentiert Studien-Autorin Prof. Alwine Mohnen die Ergebnisse.

Vergütung gehört für Frauen jetzt auch zu den Top-Kriterien bei der Arbeitgeberwahl

Bei der Arbeitgeberwahl steht für Männer im gesuchten Jobprofil das Gehalt an erster Stelle, während Frauen eine gute Arbeitsatmosphäre am wichtigsten ist. Dennoch gleichen sich die Geschlechter beim Thema Vergütung allmählich an. So war der Aspekt “Attraktive Vergütung und Sozialleistungen” im Jahr 2008 nur für 12,7 Prozent der befragten weiblichen Bewerber eines der drei wichtigsten Merkmale bei der Arbeitgeberwahl. Im Jahr 2015 hat sich der Anteil auf 38,1 Prozent verdreifacht. Bei den Männern waren es im letzten Jahr 46,4 Prozent. Darin, dass die Frauen nachziehen, spiegelt sich nach Ansicht von Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, sowohl eine gewachsene Gleichberechtigung im Berufsleben als auch die Notwendigkeit für viele Frauen, das Haushaltseinkommen ganz oder teilweise zu finanzieren.

Gute Mitarbeiterführung eher in Familienbetrieben erwartet

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, wie sie von Familienunternehmen und anderen Firmen als Arbeitgeber im Hinblick auf die Mitarbeiterführung und andere Aspekte erwarten. Danach liegen Familienunternehmen in 11 von 14 Kategorien vorn. An der Spitze liegt der Faktor “Gute Arbeitsatmosphäre und Teamgeist”, den aktuell 82,7 Prozent der Teilnehmer eher in Familienbetrieben als gegeben sehen, gefolgt von der Möglichkeit zum eigenverantwortlichen Arbeiten mit 81,4 Prozent. 78,4 Prozent rechnen in Familienunternehmen eher mit flachen Hierarchien und 72,9 Prozent vermuten dort eher einen kooperativen Führungsstil als in Nicht-Familienunternehmen.

Nicht-Familienunternehmen werden dagegen in den Bereichen Internationalität, Standort und Vergütung als besser wahrgenommen als Familienbetriebe. Das Ergebnis zum Aspekt der Internationalität zeigt, wie hoch der Stellenwert von Familie und Partnerschaft für beide Geschlechter ist: So ist es für 72 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer wichtig bis sehr wichtig, dass der Arbeitgeber bei Auslandsentsendungen sowohl bei der Arbeitssuche des Partners wie auch bei der Kinderbetreuung unterstützt.

Die Studie steht > hier als Download zur Verfügung.