Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Fühlen sich Mitarbeiter eher gelangweilt als unter Druck?

Eine Mitarbeiterin sitzt gelangweilt am Schreibtisch und balanciert einen Schreibstift auf der Oberlippe
Laut einer Befragung unter Führungskräften herrscht unter Mitarbeitern eher Unter- als Überforderung, Hektik und Stress.
Foto: © Antonioguillem/Fotolia.de

56 Prozent der Manager in Deutschland sind der Ansicht, dass ihre Angestellten von ihren Aufgaben im Job bis zu acht Stunden pro Woche gelangweilt sind, also einen vollen Arbeitstag. Dass sich ihre Mitarbeiter nie langweilen, denken 40 Prozent der Vorgesetzten. Das geht aus der aktuellen Arbeitsmarktstudie von > Robert Half hervor, für die 500 Manager befragt wurden.

Unterforderung, zu viele Meetings und mehr Gründe für Langeweile

Die Manager wurden auch nach den Gründen gefragt, warum ihre Mitarbeiter bisweilen vermutlich gelangweilt sind und bekamen dafür Vorgaben zur Auswahl. Am häufigsten mit jeweils 30 Prozent stimmten die Befragten dem Grund zu, dass sich die Mitarbeiter von ihren Aufgaben nicht gefordert fühlten und dass es zu viele oder schlecht organisierte Meetings gebe. Fast genauso viele (28 Prozent) der Führungskräfte vermuten, dass mangelnde Vielfalt und Abwechslung innerhalb der Funktion ein Grund sei. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) gab an, dass die Arbeit an sich nicht interessant für die Mitarbeiter ist. Jeweils 20 Prozent glauben, die Angestellten würden unter zu vielen strikten Richtlinien und Prozeduren leiden und keine Freude am Austausch mit ihren Kollegen haben. Immerhin 19 Prozent wählten aus den Vorgaben schlechtes oder ineffektives Management aus. 17 Prozent der Vorgesetzten stimmten zu, dass es nicht viel zu tun gebe und acht Prozent bejahten, die Mitarbeiter verstünden die Bedeutung ihres Beitrags zur Profitabilität des Unternehmens nicht.

Gegenmaßnahme: Routinearbeiten öfter neu verteilen

Dauerhafte Langeweile könne genauso schädlich sein wie dauerhafter Stress, sagt Thomas Hoffmann, Director North bei Robert Half. Und wenn Anerkennung und Wertschätzung fehlten, könne es zu Resignation und Lethargie kommen, im schlimmsten Fall zum Bore-out-Syndrom und zu Depressionen. Einige der von den Befragten ausgewählten Ursachen könnten jedoch mit relativ wenig Aufwand behoben werden. So könnten zum Beispiel Routinearbeiten im Team regelmäßig neu verteilt werden. Neue Herausforderungen könnten Vorgesetzte schaffen, indem sie Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen und sie ermutigen, selbst Lösungen zu finden, so Hoffmann.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

Ihre Meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »
ihre meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »