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Führungskräfte machen besonders oft Überstunden

Gestresste Chefin an Schreibtisch
60 Prozent der Führungskräfte machen laut einer Studie oft oder immer Überstunden.
Foto: © deagreez/StockAdobe

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (> IFBG) hat Daten aus mehreren wissenschaftlichen Mitarbeiterbefragungen ausgewertet, für die rund 16 000 Arbeitnehmer befragt wurden. Danach geben 47 Prozent der Befragten an, dass sie beim Erledigen ihrer beruflichen Aufgaben oft oder immer unter Zeitdruck stehen. Jeder vierte Mitarbeiter (24 Prozent) sagte außerdem, oft oder immer Überstunden machen zu müssen. Aus tiefergehenden Analysen des IFBG mit etwa 2200 Beschäftigten geht hervor, dass insbesondere Mitarbeiter mit Führungsverantwortung von einer starken Arbeitsbelastung durch Zeitmangel und Überstunden betroffen sind: Während von den Arbeitnehmern ohne Personalverantwortung 30 Prozent angeben, oft oder immer Überstunden leisten zu müssen, sind es von den Führungskräften 60 Prozent und damit doppelt so viele.

Zeitdruck führt zu vermehrtem Stress und weniger Arbeitszufriedenheit

Diejenigen Befragten, die oft oder immer Überstunden machen, berichten von einer höheren Belastung durch kognitive Stresssymptome, etwa Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, sich zu erinnern oder klar zu denken. Außerdem leiden die Mitarbeiter umso mehr unter solchen Symptomen, je stärker sie unter Zeitdruck stehen. Darüber hinaus ist bei den Studienteilnehmern, die selten mit Zeitmangel konfrontiert sind, die Arbeitszufriedenheit höher. Laura Hüning vom IFBG hat Tipps für Mitarbeiter und Führungskräfte zusammengestellt, um zeitliche Belastungen im Arbeitsalltag zu vermindern:

Zeitmanagement-Tipps für Mitarbeiter und Führungskräfte

– To-do-Listenführen und nach Tagespriorität abarbeiten
– Aufgaben, die innerhalb von zwei Minutenerledigt werden können, sofort umsetzen
– Mit Kollegen im ständigen Austausch sein, von Erfahrungen profitieren und gegebenenfalls um  
  Unterstützung bitten
– “Freeblocks” ohne Termine einrichten, um Aufgaben ohne Unterbrechung abarbeiten zu können
– Klaren Zeitrahmen für Aufgaben festsetzen oder von Delegierenden einfordern
– Pausen fest einplanen
– Ab und zu das E-Mail-Postfach geschlossen halten und das Handy in den Flugmodus schalten, um
  Aufgaben konzentriert bearbeiten zu können
– Termine und Aufgaben so legen, dass das eigene Leistungsvermögen berücksichtigt wird
– Einen Kurzschlaf von 15 Minuten einlegen, um die Leistung am Nachmittag zu verbessern
– Ein Auslastungsbarometer auf Teamebene einführen
– Wohlfühl-Cards in Teams entwickeln mit den für jedes Mitglied bevorzugten Kommunikationswegen,
  Erreichbarkeitszeiten und Aufgabenfeldern und in den Büros aufhängen
– Führungskräfte zum Thema “Gesund führen” schulen, die dabei auch ihre eigenen Belastungsgrenzen
  kennenlernen sollten, denn nur auf diese Weise, so das IFBG, könnten sie ihrer Vorbildfunktion
  gerecht werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.