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Wie menschlich ist die (digitale) Arbeitswelt aus Frauensicht?

zwei Frauen und ein Mann arbeiten gemeinsam an Charts
Nach Ansicht von Frauen können Arbeitgeber bei der Digitalisierung für mehr Menschlichkeit sorgen, indem sie zum Beispiel ein kooperatives Miteinander fördern.
Foto: © Kir Smyslov/StockAdobe

Die derzeitige Arbeitswelt empfindet nur ein knappes Drittel (30,5 Prozent) der befragten Frauen als menschlich. Etwas mehr als die Hälfte (52,9 Prozent) hält sie immerhin manchmal für human. 13,5 Prozent der Besucherinnen der Messe, die dieses Jahr unter dem Motto “Frauen & Digitalisierung” stand, sprechen der heutigen Arbeitswelt jegliche Menschlichkeit ab. Dabei hatte schon die Besucherinnenbefragung des Vorjahrs gezeigt, dass ethische Werte und Moral eine immer wichtigere Rolle bei der Wahl eines Arbeitgebers spielen.

Vier von zehn Frauen glauben nicht, dass die Digitalisierung für mehr Menschlichkeit sorgt

Anlässlich der diesjährigen Veranstaltung wurden die Frauen gefragt, ob sie glauben, dass die Arbeitswelt durch die Digitalisierung menschlicher wird. Lediglich knapp ein Viertel (23,8 Prozent) denkt, dass dies zutrifft. Rund ein Drittel (31,5 Prozent) antwortete mit “vielleicht”. 41,6 Prozent glauben nicht, dass die Arbeitswelt durch die Automatisierung humaner wird. Die restlichen 3,1 Prozent konnten oder wollten die Frage nicht beantworten.

Der Leitgedanke der Digitalisierung ist ja nicht nur, alles zu digitalisieren und zu automatisieren, was sich digitalisieren und automatisieren lässt, sondern damit verbunden sollen die Menschen ja wieder mehr Freiraum für Kreativität und Innovation bekommen,

denkt Melanie Vogel, Initiatorin der Women&Work. Dieses Leitbild der Digitalisierung spiegele sich in der Arbeitswelt derzeit aber noch nicht wider.

Wege zu einer humaneren Digitalisierung

Was sollten Unternehmen tun, um die Digitalisierung menschlicher zu gestalten? Nach Ansicht der befragten Frauen ergeben sich fünf Handlungsfelder und damit auch Tipps für Arbeitgeber:
Gut jede zweite Befragte (52,8 Prozent) ist der Meinung, dass Männer und Frauen gleichberechtigt in die Gestaltung der Digitalisierung eingebunden werden sollten. Ebenso viele wünschen sich, dass Unternehmen konsequent in Weiterbildung investieren – nicht nur für Führungskräfte, sondern für die gesamte Belegschaft. 46 Prozent vertreten die Ansicht, dass Mitarbeiter gezielter als bisher stärken- und talentorientiert eingesetzt werden sollten. 35,9 Prozent der Frauen finden, dass Arbeitgeber die Chancen der Digitalisierung viel stärker als bisher herausarbeiten und intern sowie extern kommunizieren sollten, denn nur so könnten die Menschen motiviert werden, den Wandel mitzugestalten. Außerdem denkt ein Drittel der Befragten (33,7 Prozent), dass die Unternehmen ihren Beschäftigten mehr Zeit für Veränderungsprozesse geben sollten.

Allgemeine Faktoren für den menschlichen Umgang untereinander

Untersucht wurde auch, welche konkreten Aspekte aus Sicht der Frauen für einen menschlicheren Umgang miteinander sorgen. Circa zwei Drittel (64 Prozent) denken, dass Arbeitgeber ein kooperatives Miteinander fördern sollten. Für 60,7 Prozent ist Führen auf Augenhöhe sehr wichtig. 58,4 Prozent der Befragten halten flache Hierarchien für besonders gut geeignet, um die ersten beiden Aspekte umzusetzen. 57,3 Prozent empfinden flexible Arbeitszeiten als eine sehr humane Arbeitgeberhaltung. Für 56,2 Prozent ist Mitbestimmung in einer immer digitalisierteren Arbeitswelt essentiell.

Eine grafische Zusammenfassung der Befragungsergebnisse gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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