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Nicht nur Händewaschen, auch nach der Corona-Epidemie

Mann zeigt auf Begriffe health and safety, workplace, regulation
Durch die Corona-Epidemie ist der Gesundheitschutz der Mitarbeiter schlagartig stärker in den Fokus gerückt.
Foto: © duncanandison/StockAdobe

Derzeit stehen Arbeitgeber vor der Herausforderung, die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter sicher zu gestalten, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern. Arbeits- und Gesundheitsschutz geraten damit stärker ins Blickfeld als bisher.

Ob Abstandsregelungen in Büros, der Produktion und Kantinen oder die für viele Mitarbeiter neue Situation, im Homeoffice zu arbeiten – Unternehmen und Arbeitnehmer werden derzeit zum Um- und Neudenken von bestehenden und bislang bewährten Prozessen sowie Arbeits- und Verhaltensweisen gezwungen.

Händewaschen wird allein nicht mehr reichen. Die aktuell an vielen Stellen eingeführten Hygienemaßnahmen sind wichtig, aber sie sind nur ein Teil der bereits bestehenden und nicht zu vernachlässigen Aufgaben im Gesundheitsschutz,

sagt Klaus Depner, Manager Health & Human Safety bei > Randstad Deutschland. So sei es für Beschäftigte, die erstmals von zuhause aus arbeiten, häufig schwierig, reguläre Arbeitszeiten und Pausen einzuhalten. Wenn das Arbeitsleben das Privatleben mehr und mehr verdrängt, führe das zu ungesunden Belastungssituationen. Depner empfiehlt visuelle Gedächtnisstützen im Sichtbereich des Arbeitsplatzes, die an regelmäßige Pausen oder den Feierabend erinnern. Hier könnten Arbeitgeber mit passend gestalteten Bildern zum Ausdrucken unterstützen oder auch kurze Webinare zum gesunden Homeoffice anbieten.

Bestehende Konzepte zum Arbeitsschutz überprüfen

Nach Ansicht von Depner geht es aber in Sachen Gesundheitsschutz nicht nur um einen kurzfristigen Effekt. Unternehmen sollten seiner Ansicht nach vor allem auch prüfen, wo Altbewährtes neu eingeordnet werden kann. Gesundes und sicheres Arbeiten werde auch künftig einen hohen Stellenwert bei Mitarbeitern haben. Zum Beispiel bewerteten 40,9 Prozent der Arbeitnehmer, die im März im Rahmen einer Randstad-Civey-Studie befragt wurden, Umfrage Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz als drittwichtigste Maßnahme für die Nachhaltigkeit von Unternehmen. Zum Vergleich: Platz eins erreichte die Senkung des Ressourcenverbrauchs (49,6 Prozent), gefolgt von der Nutzung erneuerbarer Energien (40,9 Prozent).

Gesundheitssstrategien spielen auch beim Employer Branding eine wichtige Rolle

Die erfolgreiche Umsetzung einer Arbeitsschutz- und Gesundheitsstrategie wirke sich auch positiv auf das Employer Branding aus, so Depner. Dabei gelte es außerdem, mit zielgruppengerechter Kommunikation das Bewusstsein der Mitarbeiter für Sicherheit und Gesundheit zu schärfen. “Sich Notfallnummern einzuprägen, Hygienemaßnahmen zu beachten, ausreichend Wasser zu trinken sowie regelmäßig Entlastungs- und Ausgleichsbewegungen auszuüben oder einfach den Bürostuhl richtig einzustellen, ist immer sinnvoll”, betont der Gesundheitsmanager. Dabei seien analoge Tools wie Infoflyer und Poster mit nützlichen Tipps ebenso hilfreich wie die Kommunikation über Apps oder Social Media.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.