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Hemmnisse bei der Digitalisierung

Ein Zettel mit den Wörtern
Alte Gewohnheiten erschweren den digitalen Wandel.
Foto: © ogichobanov/Fotolia.de

Auch bei voranschreitender Digitalisierung konzentriert sich gut jedes zweite Unternehmen in Deutschland schwerpunktmäßig auf sein Kerngeschäft: 52 Prozent der Firmen ist es wichtig, dieses Kerngeschäft weiterzuentwickeln. 26 Prozent halten es für notwendig, neue Geschäftsfelder anzugehen. Für 62 Prozent steht die Effizienzsteigerung hoch im Kurs, 21 Prozent priorisieren die Erhöhung von Agilität. Das geht aus der Studie “Zwischen Effizienz und Agilität. Unter Spannung: Fachbereiche in der Digitalisierung” von > Hays und PAC hervor. Dafür wurden 226 Führungskräfte aus den Fachbereichen IT, Finance sowie Research & Development aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und verschiedener Branchen befragt. Die jeweils fehlenden Werte zu 100 Prozent besagen, dass die Studienteilnehmer beiden Aussagen zugestimmt haben.

Aufgabenkonflikte bei Mitarbeitern und Beharren auf alten Führungsmustern

Auch wenn die Mehrheit der Unternehmen vorrangig auf den Ausbau des Kerngeschäfts setzt, sind immer mehr Mitarbeiter neben ihren operativen Aufgaben in digitale Projekte eingebunden. Das erzeugt Spannungen, so die Studie: 86 Prozent der Befragten geben an, dass es Konflikte bei der Priorisierung zwischen Projekt- und Linienaufgaben gibt. Außerdem beklagen 80 Prozent unklare Verantwortlichkeiten in der Führung. Gleichzeitig wollen 48 Prozent die bestehenden Führungsmodelle ausbauen, während 37 Prozent agile Führungsmodelle einführen möchten. Auch planen die Unternehmen eher, ihre bestehenden Abläufe zu optimieren (64 Prozent) als die Selbstorganisation von Teams zu fördern (17 Prozent).

Weiterhin Inseldenken in den Fachbereichen

Laut Studie behindern vor allem drei Aspekte die digitale Transformation: 61 Prozent der Führungskräfte fällt es schwer, ihren Führungsstil zu ändern. 60 Prozent stimmten der Aussage zu, dass das Kerngeschäft nach wie vor zu viel Zeit in Anspruch nimmt und 59 Prozent sagten, die Fachbereiche in ihrem Unternehmen seien noch immer durch ein Inseldenken geprägt. Der Spagat, innovative Themen in den herkömmlichen Strukturen zu bearbeiten, belaste Unternehmen, kommentiert Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG, die Studienergebnisse. Hier sei mehr Mut zu neuen Wegen notwendig.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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