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Datensicherheit: Nachholbedarf bei Umsetzung von Standards

Laut einer Studie könnte Datensicherheit durchaus zum Wettbewerbsfaktor werden.
In Sachen Datensicherheit könnten Unternehmen laut einer aktuellen Studie noch mehr tun. Foto: © WrightStudio/StockAdobe

Von 3500 Unternehmen weltweit, die PricewaterhouseCoopers (> PwC) befragt hat, bewerten 72 Prozent ihre Daten nach formalisierten Regeln. 37 Prozent der Firmen beziehen in diese Bewertungen auch ihr Team für Datensicherheit kontinuierlich mit ein. Hierbei gibt es Unterschiede je nach Branche: Im Sektor Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) liegt der Anteil bei 42 Prozent und damit am höchsten. Die Bereiche Industriefertigung und Finanzdienstleistungen liegen mit 37 Prozent genau im Schnitt. Im Sektor Energie und Versorger beziehen 36 Prozent ihr Datensicherheitsteam mit ein, in der Konsumgüterbranche sind es 35 Prozent und im Gesundheitswesen 33 Prozent. Laut Dr. Srdan Dzombeta, Partner und Leiter des Bereichs Cyber Security bei PwC Deutschland, ist ein kontinuierlicher Austausch mit der Abteilung für Datensicherheit unerlässlich, damit Bewertungen unternehmensweit konsistent und korrekt durchgeführt werden können.

Drei bis vier von zehn Unternehmen haben Vorgaben zur ethischen Nutzung von Daten eingeführt

Von den befragten Organisationen, die ihre Datensicherheit regelmäßig integrieren, haben zwischen 33 Prozent (Konsumgüter sowie Energie und Versorger) und 42 Prozent (TMT-Branche) unternehmensweite Strukturen, Prozesse und Abläufe geschaffen, um die Sicherheit der Daten zu garantieren. Klare Vorgaben zur ethischen Nutzung von Daten haben 42 Prozent der TMT-Unternehmen und der Finanzdienstleister eingeführt, außerdem 41 Prozent der Branche Gesundheitswirtschaft, 39 Prozent in der Industrie, 38 Prozent bei Energie und Versorgern und 36 Prozent in der Konsumgüterbranche.

Dass Datensicherheit nicht nur als Kostenfaktor und regulatorische Pflicht, sondern als Wettbewerbsfaktor angesehen werden sollte, hat sich in der Mehrheit der Unternehmen noch nicht durchgesetzt,

kommentiert Dzombeta dieses Befragungsergebnis. Nur wer sicher sei, dass seine Daten nicht gestohlen oder missbraucht werden könnten, werde ein Produkt oder einen Service kaufen. Bislang haben zwischen 37 und 44 Prozent der Studienteilnehmer Daten und Datensicherheit bereits in den Wert oder Preis eines neuen Produkts oder Geschäftsmodells mit einfließen lassen.

Der Cyber-Security-Experte rät Unternehmen dazu, das Thema Datensicherheit über alle Führungsdisziplinen und -ebenen hinweg noch stärker zu verankern. Derzeit arbeiten je nach Branche zwischen 45 und 51 Prozent der Führungskräfte aus allen Teilen und Ebenen der Organisation bereits konstant bei Initiativen zur Datennutzung und -sicherheit zusammen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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