Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Weniger Infizierte durch mehr Homeoffice?

Pendler mit Mundnasenschutz waren an Bahngleis
Während Restaurants und andere Einrichtungen schließen mussten, sind viele Berufstätige nach wie vor gezwungen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren. Foto: © Peeradontax-stock.adobe.com

Im April 2020 hatten noch 27 Prozent der Deutschen im Homeoffice gearbeitet, während es im November nur noch 14 Prozent waren, so eine > Studie der Hans-Böckler-Stifung vom November. Die Zahl der positiv Getesteten ist indes seit dem Herbst deutlich höher als im Frühjahr. Eine neue Studie der Universität Mannheim vom Dezember kommt nun zu dem Schluss, das Homeoffice sei eine der effektivsten Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

In Bereichen mit höherem Anteil an Homeoffice-fähigen Jobs sei die Zahl der Covid-19-Infektionen strukturell niedriger, so die Untersuchung, die die Mannheimer Ökonomen Prof. Harald Fadinger und Jan Schymik sowie Jean-Victor Alipou von der Münchener Universität durchgeführt haben. Bereits ein Prozent mehr Arbeitnehmer im Homeoffice könne die Infektionsrate um bis zu acht Prozent verringern, schreiben die Autoren.

Hätten wir eine so hohe Quote an Homeoffice wie im Frühjahr, dann hätten wir die Hälfte an Infektionen in Deutschland. Wir hätten also maximal eine Inzidenz von 80 in Deutschland – statt 160 wie im Moment,

sagte Studienautor Harald Fadinger, Professor für VWL und Business Economics an der Universität Mannheim, im Gespräch mit ZDFheute.

Die Wissenschaftler leiten aus ihren Beobachtungen eine eindeutige Empfehlung ab: Das Homeoffice-Gebot sollte “so lange wie möglich aufrechterhalten werden”. Geeignet für Telearbeit seien vor allem Jobs mit einem hohen Anteil an kognitiven Aufgaben.

Die Studie steht in englischer Sprache zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.