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HR-Chefs erwarten geänderte HR-Funktion durch KI

Mann zeigt auf KI-Symbol, davon verzweigen Mitarbeiter-Symbole ab
Vier von zehn Personalentscheidern denken, dass KI den Einstellungsprozess beschleunigen wird.
Foto: © leowolfert/StockAdobe

Sechs von zehn HR-Führungskräften (61 Prozent) sagen, dass die Einstellung von passenden Mitarbeitern für das neue Zeitalter zu den zentralen Herausforderungen ihrer Arbeit gehört. Rund zwei Drittel (69 Prozent) befürchten, nicht mit dem Fortschritt mithalten zu können. Andererseits denken immerhin drei Viertel der Personalverantwortlichen, dass sie bereit sind für den Einsatz von KI- und Technologielösungen in ihrem Unternehmen. In Deutschland glauben dies sogar 84 Prozent. Dies sind Ergebnisse der Studie “Der CHRO und das Unternehmen der Zukunft” zu den aktuellen HR-Trends von > Boyden global executive search. Dafür wurden 310 Chief Human Resources Officers (CHROs), Führungskräfte und andere HR-Entscheider in Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und Australien befragt.

Fast jeder zweite CHRO erwartet von KI Fortschritte beim Recruiting

So gut wie alle befragten Personalentscheider (94 Prozent) gehen davon aus, dass die zunehmende Verbreitung von neuen Technologien und KI künftig die HR-Funktion verändern wird. 40 Prozent erwarten drastische Veränderungen im Personalmanagement, bei dem der Einsatz neuer Technologien eine immer größere Rolle spielt. Was die konkreten Änderungen betrifft, so glaubt fast jeder zweite HR-Entscheider (48 Prozent), dass die Neuerungen das Performance Management vereinfachen werden. 47 Prozent rechnen damit, dass KI und andere Technologien die Einstellung von neuen Mitarbeitern allein auf der Grundlage vorhandener Kompetenzen erhöhen, und 42 Prozent denken, dass der Einstellungsprozess beschleunigt wird. Auch das Onboarding kann nach Ansicht von 41 Prozent der CHROs mithilfe von Technologie verbessert werden. Darüber hinaus sind sich zwei Drittel der Personalverantwortlichen (67 Prozent) aus den Branchen Industrie und Energie sicher, dass KI klassische Personalvermittler ersetzen kann, zumindest nach den ersten Vorstellungsgesprächen.

Paradoxerweise wird KI sowohl überschätzt als auch unterschätzt. Auf den ersten Blick ist KI für viele nur ein Werkzeug für schnelleres Lernen und operative Tätigkeiten,

kommentiert Dr. Robert Winterhalter, Global Leader für den Bereich Human Resources und Managing Partner von Boyden Deutschland, die Befragungsergebnisse. Er vertritt die Ansicht, dass gute Personalverantwortliche und andere HR-Führungskräfte KI vor allem für effizienteres Arbeiten und zur gezielteren Beschleunigung von Transformationsprojekten nutzen werden, aber auch, um Vertrauen und Respekt bei den übrigen, operativen Managementfunktionen zu sichern. Jörg Kasten, Chairman der Boyden World Corporation und Managing Partner von Boyden Deutschland, ergänzt, dass Personalmanagement viel persönliches Gespür erfordere:

Als Führungskraft muss man in der Lage sein, effektiv mit Menschen zu kommunizieren und sie zu inspirieren. Eine KI kann dies auf absehbare Zeit nicht leisten,

so Kasten.

Nur jedes fünfte Unternehmen stellt Führungskräfte mit KI-Expertise ein

Die Studie untersuchte auch, was die teilnehmenden Firmen unternehmen, um die Belegschaft fit für Künstliche Intelligenz zu machen. Gut ein Drittel der HR-Führungskräfte (36 Prozent) gab an, kontinuierliches Lernen rund um KI für ihre Mitarbeiter zu fördern. Rund ein Viertel (27 Prozent) rekrutiert gezielt Mitarbeiter mit Technologie- und KI-Fachwissen. Lediglich jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) konzentriert sich auf die Einstellung von Führungskräften mit konkreten Fachkenntnissen zu KI. Laut Jeff Hodge, Managing Partner bei Boyden in den USA, wird ein tiefes Verständnis für Data-Analytics in Zukunft jedoch immer wichtiger, es werde zu den obligatorischen Fähigkeiten eines jeden CHRO gehören.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.