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HR-Software: Welche hätten S‘ denn gern?

Im Internet bieten verschiedene Portale einen
Überblick über im Markt verfügbare Personalsoftware an – kürzlich kam mit HR
Needs ein neues Angebot hinzu. Ein erster Einblick.

Frau zeigt auf Computer.
Es fehlt an zuverlässigen Übersichtsanbietern für HR-Software. Bild: Rawpixel.com/Adobe Stock

In Deutschland ist der
Markt der HR-Softwareangebote zerklüftet, heterogen und in einigen Bereichen
auch sehr dynamisch. Letzteres gilt insbesondere bei Startups, die spezielle
Einzelfunktionen anbieten, sowie bei Herstellern von rein mobilen Lösungen.
Niemand weiß genau, wer wann mit welcher App in den Markt eintritt – oder von
der Bildfläche verschwindet.

Mit dem Portal HR
Needs (Eigenschreibweise:
HRNeeds) stellt sich ein neuer Anbieter der Herausforderung, Transparenz im
HR-Softwaremarkt zu schaffen. Der Bedarf nach Übersicht ist seitens der
Unternehmen durchaus vorhanden. Das ist laut Claus Festersen Nielsen, dem Geschäftsführer
der Unternehmensberatung Nielsen & Frank Consulting, der Muttergesellschaft von HR Needs, auch das
treibende Motiv für den Aufbau des neuen Portals. Zielgruppe sind Unternehmen
bis etwa 2500 Mitarbeiter.

Die Nutzung von HR Needs
ist für Interessenten kostenlos. Softwarehersteller, die ins Portal aufgenommen
werden, zahlen einen monatlichen Betrag. Sie können dann ihr Profil auf der
Seite platzieren, werden auf der Homepage verlinkt und dürfen – neben
Branchennachrichten des Betreibers – eigene News platzieren.

Wer Interesse an
Informationen zu einer speziellen Gruppe oder Funktionalität einer Personalsoftware
hat, hangelt sich im Portal nach Auswahl einer oder mehrerer Kategorien durch
Fragen, mit denen der exakte Bedarf eingegrenzt wird. Eine Software im
Hintergrund gleicht die Anfrage mit der Datenbank ab, Mitarbeiter prüfen sie
nochmals auf Konsistenz. Am Ende muss man seine Unternehmensdaten eingeben und wird
dann, so berichtet Nielsen,  nochmal von
einem Mitarbeiter angerufen, der versucht, den Bedarf des Interessenten weiter
zu spezifizieren. Danach erhält er die Liste mit den ausgewählten Lösungen. Besteht
Beratungs- oder Unterstützungsbedarf bei der weiteren Umsetzung, kann das auf
Wunsch die Muttergesellschaft übernehmen.

Zurzeit sind im seit
September verfügbaren Portal etwa 60 Anbieter gelistet. Die großen wie IBM,
Oracle, SAP und Workday und etliche weitere fehlen; Gleiches gilt für viele
Startups und Spezialanbieter. Ebenso scheinen die Hersteller von
Zutrittskontrollsystemen zu fehlen – dafür sind einige HR-Outsourcer dabei.

Fazit

Schwierig zu bewerten
ist hier wie auch bei ähnlichen Portalen, inwiefern die Suchergebnisse objektiv
mit den individuellen Nutzer-Anforderungen übereinstimmen. Dabei ist nicht nur
die in der Regel fehlende Transparenz bei der Zuordnung und Auswahl der Anbieter
hinderlich, sondern auch die stets unvollständige Abdeckung des
Anbietermarktes. Weshalb es, objektiv betrachtet, nicht möglich ist, dem
Interessenten die wirklich beste Lösung vorzuschlagen. Ohne derlei Portale ist
das allerdings noch schwieriger. Ein Klick lohnt sich also – ersetzt aber nicht
die weitergehende Recherche.

 

Ulli Pesch ist freier Journalist und schreibt regelmäßig über das Thema HR-Software in der Personalwirtschaft.