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Ein-Euro-Jobs treffen Zielgruppe immer besser

Ein Rechen steckt in einem Haufen Herbstlauf
Ein-Euro-Jobber arbeiten häufig in Branchen, in denen sie schlechte Chancen auf eine reguläre Beschäftigung haben. Foto: Peggy Choucair/Pixabay

Ein-Euro-Jobs sollen besonders arbeitsmarktfernen Arbeitslosen Beschäftigung geben. Das funktioniert laut IAB-Studie immer passgenauer. Reguläre Anstellung finden aber nur wenige der Zusatz-Jobber.

Seit 2010 hat die Zahl der Ein-Euro-Jobber stark abgenommen: Bis einschließlich 2009 gab es noch mehr als 700.000 Zusatz-Jobber, 2018 waren es über eine halbe Million weniger. Für das › Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit ist das ein gutes Zeichen: Die Maßnahme trifft immer passgenauer ihre Zielgruppe.

Die Ein-Euro-Jobs adressieren arbeitsmarktferne Arbeitslose und sollen sie wieder an eine Erwerbsbeschäftigung heranführen. Allerdings wurden auch immer wieder arbeitsmarktnähere Arbeitslosengeld-Bezieher in die Maßnahme vermittelt. 2012 hatte die Bundesregierung dann die Regelungen für Ein-Euro-Jobber angepasst, um möglichst nur noch Arbeitsmarktferne in die Maßnahme zu holen.

Übergang in reguläre Anstellung schwierig

Kurz- und mittelfristig macht es die Zusatzbeschäftigung nämlich eher unwahrscheinlicher, eine reguläre Tätigkeit aufzunehmen. Die Studienmacher vermuten dafür unter anderem als Grund, dass Ein-Euro-Jobber während der Maßnahme weniger Zeit für die Arbeitsuche haben als Nicht-Teilnehmer. Auch auf die Erwerbseinkommen der Geförderten wirken sich Ein-Euro-Jobs in der kurzen und mittleren Frist in den meisten untersuchten Teilgruppen negativ aus. Langfristig schließen die Arbeitsmarktforscher positive Effekte aber nicht aus.

Eingesetzt werden die Zusatz-Jobber laut IAB-Studie aktuell vor allem in Branchen mit geringen Beschäftigungschancen, etwa in der Landschaftspflege. Entsprechend schlecht sind die Übergangsquoten. Allerdings ist dort auch das Risiko gering, dass die Zusatzjobber reguläre Beschäftigung verdrängen.

Maßnahme nicht ohne Kritik

Verschiedene Studien hatten in der Vergangenheit nahegelegt, dass die Zusatzjobs oft nicht “zusätzlich” waren, sondern reguläre Jobs ersetzen. Außerdem bemängeln Kritiker, dass Ein-Euro-Jobber die Arbeitsmarktstatistik verwässern – sie werden nämlich nicht als Arbeitslose geführt, obwohl sie Arbeitslosengeld beziehen. Auch arbeitsrechtliche Regelungen gelten für Ein-Euro-Jobber nur sehr eingeschränkt. Befürworter betonen, dass ALG-Empfänger durch Ein-Euro-Jobs zusätzliche Einnahmen erzielen können, die nicht auf ihr ALG angerechnet werden. Außerdem gebe man den Arbeitslosen eine sinnvolle Beschäftigung.

Auch die IAB-Forscher sehen aus arbeitsmarktpolitischer Perspektive die Maßnahme eher positiv:

Ein-Euro-Jobs dürften für arbeitsmarktferne und nicht sofort in Beschäftigung vermittelbare Personen weiterhin ein geeignetes Mittel sein, um zu verhindern, dass diese sich ganz vom Arbeitsmarkt zurückziehen.