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Ab dem zweiten Halbjahr geht es laut Experten wieder aufwärts

Hand dreht Würfel
Nach dem Einbruch wegen des Lockdowns wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland laut Ifo Institut schrittweise wieder aus dem Tal herauskommen.
Foto: © Fokussiert-stock.adobe.com

Im ersten Quartal dieses Jahres ist die Wirtschaftsleistung hierzulande um 2,2 Prozent geschrumpft und im zweiten Quartal sogar um 11,9 Prozent. Für das dritte Quartal prognostiziert das Ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V wieder ein Wachstum von 6,9 Prozent und für das letzte Quartal 2020 einen Zuwachs von 3,8 Prozent. Die Prognose beruhe auf Annahmen über den weiteren Verlauf der Epidemie und die politischen Reaktionen darauf, über die hohe Unsicherheit bestehe, so das Institut.

Die kräftigen Raten in der zweiten Jahreshälfte erklären sich durch die niedrige Produktion an Waren und Dienstleistungen während der Schließung der Wirtschaft. Mittlerweile wurde dies gelockert oder für manche Wirtschaftszweige aufgehoben,

kommentiert Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser die Erwartungen.

Wirtschaftsleistung Ende 2021 wieder auf dem Stand von Ende 2019

Gegenüber 2019 geht das Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen des Ifo Instituts dieses Jahr insgesamt um 6,7 Prozent zurück. Für das nächste Jahr rechnen die Experten mit einem Wachstum von 6,4 Prozent. Damit wäre Ende 2021 die Wirtschaftsleistung von Ende 2019 wieder erreicht.

Arbeitslosenquote steigt 2020 auf 5,9 Prozent

Was bedeuten die Zahlen für den Arbeitsmarkt? Die Zahl der Kurzarbeiter hat nach Berechnungen des Instituts von 7,3 Millionen im Mai auf 6,7 Millionen im Juni abgenommen. Die Anzahl der Arbeitslosen hierzulande werde im Jahresdurchschnitt von 2,3 Millionen auf 2,7 Millionen steigen, heißt es. Das entspricht einer Erhöhung der Arbeitslosenquote von fünf auf 5,9 Prozent. Im kommenden Jahr wird die Zahl der Erwerbslosen laut Schätzung auf 2,6 Millionen und damit auf eine Quote von 5,6 Prozent zurückgehen. Die Zahl der Beschäftigten wird im Jahresschnitt 2020 von 45,2 Millionen auf 44,8 Millionen sinken und 2021 wieder leicht auf 44,9 Millionen ansteigen.

Staatshaushalt fällt dramatisch ins Minus

Die Analyse zeigt, dass sich die Krise auch sichtbar auf den Staatshaushalt niederschlägt: Der Saldo von Einnahmen und Ausgaben fällt von plus 50,4 Milliarden Euro im letzten Jahr auf minus 175,8 in diesem Jahr. Dafür seien neben dem Konjunktureinbruch vor allem das Corona-Hilfspaket und das Konjunkturpaket verantwortlich, die allein über 160 Milliarden Euro kosten, so das Ifo Institut, das davon ausgeht, dass der Staatshaushalt auch 2021 mit minus 76,5 Milliarden Euro weiter in den roten Zahlen sein wird.

Mehr Informationen zur Konjunkturprognose des Ifo Instituts können > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.