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Frauenquote erfüllt – und weiter?

Eine Frau betrachtet einen steigenden Aktienkurs und führt ihn mit einem Stift fort
Auf Vorstandsebene ist noch viel Luft für Frauen. Ob sie nur nicht wollen oder nicht hoch im Kurs stehen, ist eine andere Frage.
Foto: © Marla/Fotolia.de

In börsennotierten, voll mitbestimmungspflichtigen Firmen müssen seit Januar 2016 mindestens 30 Prozent der Neubesetzungen in den Aufsichtsräten weiblich sein. 2018 wurde die Quote In den DAX30-Unternehmen erstmals erreicht; sie liegt derzeit bei 31,6 Prozent. Die Frauenquote konnte vor allem mit Hilfe anglo-amerikanischer Managerinnen erreicht werden. Betrachtet man jedoch die Machtverteilung im Aufsichtsrats-Vorsitz und bei der Ausschusstätigkeit, zeigt sich, dass der DAX30 nach wie vor männlich dominiert ist. Mit Simone Bagel-Trah bei Henkel gibt es bislang nur eine weibliche Aufsichtsratsvorsitzende und von 129 Ausschussvorsitzenden sind nur zehn Frauen. Das sind Ergebnisse einer Studie von Russell Reynolds Associates.

Potenzial für 1100 Kandidatinnen in den obersten Führungsetagen

Auf Vorstandsebene gilt die gesetzliche Quote nicht und dort sowie in den zwei obersten Führungsetagen sieht es ganz anders aus. Auch von den selbstgesteckten Zielen sind die 30 größten Unternehmen hierzulande noch weit entfernt. Um auch dort auf einen Frauenanteil von 30 Prozent in den ersten drei Führungsebenen zu kommen, würden 1100 Kandidatinnen benötigt.

Für qualifizierte Frauen, die ganz nach oben wollen, sind goldene Zeiten angebrochen. Es werden dringend weibliche Führungskräfte gesucht,

kommentiert Jens-Thomas Pietralla, Leiter der Europäischen CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates, die Studienergebnisse.

Fast jeder zweite Digitalisierungsexperte ist weiblich

Die Analyse zeigt auch, dass der Anteil an Digitalisierungsexperten unter den neu gewählten Aufsichtsräten auf 20 Prozent gestiegen ist. Jedes zehnte Aufsichtsratsmitglied verfügt heute über Digitalkompetenz; das entspricht einer Zunahme um 67 Prozent seit 2014. Der Anteil der weiblichen Digitalisierungsexperten ist in diesem Zeitraum von drei auf zwölf gestiegen. Inzwischen stellen Frauen mit einem Anteil von 48 Prozent fast die Hälfte aller Digitalisierungsexperten in den DAX-30-Firmen.

Die Studie bewertet jedes Jahr die Zusammensetzung der DAX-30-Aufsichtsräte nach den Kriterien Geschlechteranteil, Nationalitäten, Auslandserfahrung, Altersverteilung, Verweildauer, Erfahrungsbreite und Mandatslast und vergibt dafür eine Gesamtnote. Dieses Jahr verbesserte sich die Bewertung leicht auf 2,2 gegenüber 2,3 in 2017. Im Ranking stehen derzeit Lufthansa (2017 noch auf Platz 16), Daimler, Bayer und MunichRe an der Spitze.

Die vollständige Studie steht > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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