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Eine halbe Million weniger Jobs als 2019

Pfeil mit Gesichtern im Abwärtstrend
Im zweiten Quartal 2020 hat die Zahl der Stellenausschreibungen in Deutschland wegen der Corona-Krise deutlich abgenommen.
Foto: © Markus Mainka-stock.adobe.com

Von April bis Juni gab es auf dem deutschen Arbeitsmarkt 893 000 offene Stellen (davon in Westdeutschland 695 000 und im Osten 198 000) – das sind 496 000 weniger als im zweiten Quartal 2019, was einem Rückgang von 35,7 Prozent entspricht. Gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres nahm die Zahl der offenen Stellen um 191 000 oder 17,6 Prozent ab. Das zeigt eine aktuelle Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). An der Betriebsbefragung nahmen 8500 Arbeitgeber aller Wirtschaftsbereiche teil.

Stärkster Stellenrückgang im verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistungen

Am deutlichsten fiel der Stellenrückgang im verarbeitenden Gewerbe aus; dort nahm die Zahl der Vakanzen von 151 000 im Vorjahresquartal auf 66 000 oder 56 Prozent ab. Die Untersuchung der absoluten Zahlen zeigt, dass der Einbruch bei den unternehmensnahen sowie den sonstigen Dienstleistungen am stärksten war: Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung gehört, ging die Zahl der offenen Stellen von 367 000 auf 209 000 zurück. Bei den sonstigen Dienstleistungen, die unter anderem das Gastgewerbe einschließen, sank die Anzahl der offenen Jobs von 367 000 auf 261 000. Dagegen wurde im Wirtschaftszweig der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherung eine Zunahme der Stellen von 24 000 auf 27 000 registriert.

Viele Betriebe versuchen in der aktuellen Krise durch den Einsatz von Kurzarbeit ihre Fachkräfte zu halten. Ab dem Zeitpunkt der Anzeige von Kurzarbeit gilt jedoch für die betroffenen Organisationseinheiten bis zum Ende der Kurzarbeitergeldphase ein Einstellungsstopp. Auch hierdurch kommt es zu einem starken Rückgang an offenen Stellen,

kommentiert IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis die Entwicklung.

Relation von freien Stellen und Arbeitslosen deutlich verschlechtert

Durch den Rückgang der offenen Stellen und den Anstieg der Arbeitslosigkeit lag die Relation von Arbeitslosen und Arbeitsstellen laut IAB im vergangenen Quartal bei 3,1. Das heißt, dass auf 310 Arbeitslose 100 freie Stellen kamen. Im entsprechenden Vorjahresquartal lag diese Relation noch bei 1,6.

Weitere Informationen gibt es > hier.