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Robotic Process Automation hat Zukunfts-Potential

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt inzwischen zur Prozess-Automatisierung Software-Roboter, sogenannte Bots, ein. Aufgrund mangelder Kenntnisse  bleibt jedoch viel Potenzial der Technologie ungenutzt.

künstliche Hand mit Laptop
In vielen Unternehmen helfen Software-Roboter bei der Prozessoptimierung. Foto: © sdecoret/AdobeStock

Dies sind zwei der Kernergebnisse
der Studie “Robotic Process Automation in der DACH-Region – Analyse mit
Blick auf Finance & Accounting”, die die Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt hat.

Für die Studie befragte PwC 141 Unternehmen der DACH-Region aus dem verarbeitenden Gewerbe,
dem Handel und dem Dienstleistungssektor, zum aktuellen Stand beim Einsatz der RPA-Technologie und zu deren Einsatzgebieten.

Der
Großteil der befragten Unternehmen erwirtschaftete 2019 einen Umsatz zwischen 100 und
500 Millionen Euro (61 Unternehmen) bzw. mehr als 500 Millionen Euro (54
Unternehmen).

Aufwand und Komplexität werden oft überschätzt

Im Schnitt der drei untersuchten Länder
setzen 54 Prozent Software-Roboter zur Prozessautomatisierung ein. Etwas höher ist der
Durchschnittswert bei Unternehmen in der Schweiz (63 Prozent), in
Österreich (57 Prozent) sowie bei mittelgroßen Unternehmen (57 Prozent).
Die Mehrheit der Unternehmen, die noch keine Bots zur Automatisierung
einsetzen, hat sich zum Befragungszeitpunkt noch nicht mit der
Technologie befasst – 57 Prozent dieser Unternehmen geben dies an. Vor
allem mittelgroße Unternehmen begründen so ihren Verzicht auf Robotic Process Automation (81
Prozent).

Aber 34 Prozent der Befragten beabsichtigen,
mit dem RPA-Einsatz bald nachzuziehen. Die übrigen Unternehmen befürchten einen eventuell zu hohen
Implementierungsaufwand (44 Prozent). 

Das Rechnungswesen gehört, der Studie zufolge, zu den
Unternehmensabteilungen, in denen RPA besonders häufig zum Einsatz
kommt. Hier haben Unternehmen ihre Bots bisher insbesondere auf
Buchungen (75 Prozent) und Berichterstellungen (70 Prozent)
programmiert. Mehr als 72 Prozent nutzen die Technologie in der
Kreditorenbuchhaltung. Am zweithäufigsten nannten die Befragten die
Debitorenbuchhaltung als RPA-Einsatzbereich, mit 51 Prozent allerdings
deutlich weniger.

RPA zur Mitarbeiterentlastung

Die Studie zeigt ebenfalls auf, dass die häufigsten Einsatzbereiche für Bots
das Controlling (63 Prozent), das Berichtswesen (61 Prozent), die
Qualitätssicherung (41 Prozent) und die Validierung von Daten (ebenfalls
41 Prozent) sind. Die fortschrittlichsten
Firmen setzen RPA bereits zu Preisverhandlungen im Einkauf oder, kombiniert mit
Chatbots, im Kundenkontakt ein.

Dass die Software-Roboter viele menschliche
Mitarbeiter ersetzen könnten, scheint eine unbegründete Sorge zu sein und wird durch die Studie nicht bestätigt. Rund sieben von zehn Unternehmen (72 Prozent), die RPA einsetzen, verzichten zugunsten der Bots im Gegenteil nicht auf Angestellte. Lediglich 18 Prozent der
Befragten geben an, dass sie direktes Reduktionspotenzial sehen. Von
ihnen wollen die meisten höchstens zwei Vollzeitkräfte weniger
beschäftigen. 

Im Vordergrund
beim RPA-Einsatz steht, Effizienzpotenziale zu nutzen und menschliche
Mitarbeiter zu entlasten,

fasst PwC-Experte Rüdiger Loitz das Potential der Technologie zusammen.