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Edeka-Nord: Mitarbeitende erhalten Impf-Prämie

Die Lebensmittelhandelsgesellschaft Edeka Nord möchte mit einer Impf-Prämie Mitarbeitende dazu motivieren, sich impfen zu lassen. Für jeden Angestellten, der sich einer Corona-Impfung unterzieht, gibt es einen 50-Euro-Gutschein, der in allen Edeka-Nord-Filialen eingelöst werden kann. “Damit möchten wir unserer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommen und die Impfstrategie des Landes unterstützen”, sagt eine Unternehmenssprecherin. Die Impf-Prämie erhalten allerdings nur Mitarbeitende der Großhandlung und nicht in den einzelnen Filialen. Diese sind nämlich Angestellte der selbstständigen Kaufleute.

Wie das Nachrichtenportal T-Online berichtet, plant auch Edeka-Konkurrent Rewe seinen Mitarbeitern eine Impfprämie anzubieten. Laut dem Portal befinde sich der Konzern derzeit in Gesprächen mit dem Betriebsrat darüber, ob und wie ein zusätzlicher Impfanreiz für Mitarbeitende geschaffen werden könne. Auf unsere Nachfrage wollte sich niemand aus dem Unternehmen dazu äußern. Auch Aldi Süd und Aldi Nord zeigen sich hinsichtlich des Themas Impfprämie zurückhaltend. So heißt es vonseiten Aldi Süd: “Wir beschäftigen uns mit den Möglichkeiten, den anstehende Impfprozess zu begleiten.”

In den USA stärker verbreitet

Während Unternehmen in Deutschland sich noch verhalten dem Thema Impf-Prämie annehmen, gibt es in den USA ein breites Aufgebot an Impf-Incentives. Medienberichten zufolge zahlt Lidl in den USA seinen Mitarbeitenden 200 Euro für eine Impfung, andere Unternehmen geben ihren Mitarbeitern für die Impfung ein paar Stunden frei oder einen Urlaubstag mehr.

Ob die Impf-Anreize dazu führen, dass sich mehr Menschen impfen lassen, bleibt abzuwarten. Die Ergebnisse einer Studie der Universität Erfurt vom März 2021 zeigen keinen Zusammenhang zwischen Impf-Prämien und der Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen. Die Wissenschaftler boten 25 Testpersonen je 200 Euro für eine Impfung an. Dabei wurde sichtbar, dass der Wille zur Impfung nicht käuflich ist. “Entscheider sollten vorsichtig sein, wenn es darum geht, finanzielle Anreize zu schaffen. Stattdessen sollten sie sich auf Maßnahmen konzentrieren, die das Vertrauen in die Sicherheit der Impfung steigern”, heißt es im Studienbericht. Und auch rechtlich müssen bei der Einführung von Impf-Boni und -Privilegien einige Dinge beachtet werden, wie uns die Arbeitsrechtlerin Kerstin Minge im Interview erzählt hat.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.