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Top-Management hat Nachholbedarf bei Produktivitätsfragen

Hand an Schalter
Wer an der Produktivitätsschraube dreht und in welche Richtung, ist dem Top-Management nicht klar.
Foto: © Olivier Le Moal/StockAdobe

Geschäftsführer und andere Manager der oberen Führungsebene sind verunsichert darüber, wer die Verantwortung im Bereich Mitarbeiterproduktivität übernehmen soll. Die Hälfte des Top-Managements (52 Prozent) ist der Meinung, dass der CEO verantwortlich ist, während von den CEOs selbst nur rund jeder dritte (32 Prozent) die Verantwortung bei sich selbst sieht und genauso viele (32 Prozent) beim Management Board insgesamt. Auch halten es fast drei Viertel der Unternehmen (71 Prozent) für wichtig, die Produktivität zu messen, doch mehr als die Hälfte (56 Prozent) finden es schwierig, dies zu tun. Das sind Ergebnisse der Studie “The Technology Paradox: C-suite perspectives on the productivity puzzle” von Jabra, für die Interviews mit 688 CEOs und leitenden Angestellten des C-Levels in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und Dänemark geführt wurden.

Uneinigkeit bei der Frage, wo Mitarbeiter am produktivsten arbeiten

Der Report zeigt auch, dass die Meinungen der obersten Führungsebene und ihrer Mitarbeiter auseinandergehen, wenn es um die produktivste Arbeitsumgebung geht. 61 Prozent der Befragten aus dem C-Level sind der Meinung, dass das Arbeiten im Büro am produktivsten ist. 50 Prozent der sogenannten Knowledge Worker (Wissensarbeiter) dürfen nicht im Home Office arbeiten. Von den Wissensarbeitern selbst hält jeder dritte (32 Prozent) ein Einzelbüro für die produktivste Arbeitsumgebung. Tatsächlich sind aber offene Büros, außer in den USA, die häufigste Arbeitsumgebung. Bereits frühere Studien von Jabra ergaben, dass sich nur 17 Prozent der Wissensarbeiter für offene Büros aussprachen, die Mehrheit hält sie für einen der am wenigsten produktiven Arbeitsplätze. Gut jeder zweite Mitarbeiter (56 Prozent) fühlt sich in offenen Büroumgebungen durch die Anwesenheit von Kollegen abgelenkt oder von solchen, die ein Gespräch suchen. 45 Prozent stört der Lärmpegel beim Arbeiten. Diese Produktivitätshindernisse werden auf der ersten Führungsebene jedoch nicht berücksichtigt, so die Studie.

Moderne Kommunikationstechnologien – produktivitätssteigernd oder -behindernd?

Die Knowledge-Worker-Studie von 2018, für die Jabra 1350 Wissensarbeiter befragte, ergab außerdem, dass moderne Kommunikationstechnologien zum Produktivitätsproblem beitragen. Jeder zehnte Knowledge Worker (elf Prozent) gibt an, dass Störungen durch digitale Geräte seine Produktivität beeinträchtigen. Einige fühlen sich durch die Vielzahl an Nachrichten, die sie auf ihren Softphones und Audiogeräten empfangen, abgelenkt. Dagegen denken fast zwei Drittel (62 Prozent) der obersten Führungskräfte, dass die Nutzung mehrerer Kommunikationsplattformen die Produktivität fördert.

Das C-Level scheint von der Idee überzeugt zu sein, dass ein Mehr an Technologie zu einer verbesserten Produktivität führt. Während dies bei einigen Arbeitnehmern der Fall sein kann, bewirkt es bei anderen das genaue Gegenteil,

sagt Holger Reisinger, SVP für Enterprise Solutions bei Jabra. Der einzige Weg, die Arbeitnehmer in ihrem Job produktiver und sogar glücklicher zu machen, sei die Zusammenarbeit mit ihnen. Um die Produktivität zu verbessern, müsse das bevorzugte Arbeitsumfeld der Wissensarbeiter berücksichtigt werden und das Management sollte sich ihre Sorgen über Ablenkungen anhören. Für eine erfolgreiche Umsetzung müsse sich jede Organisation allerdings zuerst darüber im Klaren sein, wer das Thema Produktivität steuere.

Der vollständige Bericht kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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