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Industrie und Dienstleister am stärksten von Corona-Krise betroffen

Zettel mit Aufschrift
Infolge der Corona-Krise wollen viele Arbeitgeber künftig auf befristete Jobs umsteigen.
Foto: © magele-picture-stock.adobe.com

Hierzulande haben 57 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise ins Homeoffice geschickt. 47 Prozent der Firmen haben Kurzarbeit für die Belegschaft beantragt, fast jedes fünfte Unternehmen in Höhe von 40 bis 60 Prozent im Vergleich zur Vollauslastung. Den geringsten Anteil an Kurzarbeit verzeichnet – trotz der Schließung von kommunalen Einrichtungen wie Museen, Theatern oder Schwimmbädern – der öffentliche Sektor mit 29 Prozent. Im Dienstleistungsbereich haben bereits 46 Prozent auf Kurzarbeit umgestellt und Industrieunternehmen sind mit 62 Prozent am stärksten betroffen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Personaldienstleisters > Hays in Kooperation mit Rheingold hervor. Befragt wurden 750 Führungskräfte.

Mehr als jeder zweite Industrie- und Dienstleistungsbetrieb will Jobs künftig befristen

Die Studie zeigt, dass sich die Corona-Krise auch auf die künftige Personalpolitik der Unternehmen auswirkt. Während 43 Prozent der Organisationen des öffentlichen Sektors an ihrer bisherigen Rekrutierungsstrategie festhalten, gilt dies nur für jedes dritte Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Mehr als jeder zweite Arbeitgeber aus dem öffentlichen Sektor (54 Prozent) plant, die Zahl seiner Mitarbeiter in Festanstellung zu erhöhen. Dagegen wollen in der Industrie 54 Prozent der Unternehmen in Zukunft mehr auf befristete Anstellungen setzen, im Dienstleistungsbereich sind mit 52 Prozent fast genauso viele.

Viele Firmen möchten künftig externe Abhängigkeiten reduzieren

Insgesamt gibt jedes dritte befragte Unternehmen (33 Prozent) an, die wirtschaftliche Lage des Betriebs sei unverändert. Jede fünfte Firma sagt, aus der Krise sogar gestärkt hervorzugehen. Rund jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) berichtet von einer gestiegenen Nachfrage nach seinen Produkten oder Dienstleistungen. 17 Prozent konnten ihr Angebot schnell umstellen. Bei einem weiteren Fünftel der Studienteilnehmer (21 Prozent) hingegen sind Teile oder Materialien nicht mehr lieferbar oder Absatzmärkte weggebrochen. In der Folge stimmten fast zwei Drittel der Führungskräfte der Aussage zu, dass sie künftig einen stärkeren Fokus auf die Vermeidung externer Abhängigkeiten sowie auf die Stärkung der Fertigung von zentralen Produkten oder Dienstleistungen im eigenen Betrieb legen wollen. Außerdem streben 62 Prozent der Unternehmen wieder eine lokale Nähe zu wichtigen Lieferanten an.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.