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Jede dritte Führungskraft misstraut Mitarbeitern

Manche Chefs prüfen, ob krankgemeldete Mitarbeiter in Sozialen Medien aktiv sind. Ein Beweis für Blaumachen? 
Foto: © Sabphoto/Fotolia.de
Manche Chefs prüfen, ob krankgemeldete Mitarbeiter in Sozialen Medien aktiv sind. Ein Beweis für Blaumachen?
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Auf den Zeitraum von November bis Februar entfallen 60 Prozent der jährlichen Krankheitstage von deutschen Angestellten. Nicht wenige Vorgesetzte bezweifeln jedoch, dass es bei den Krankmeldungen immer mit rechten Dingen zugeht. Fast ein Drittel (32 Prozent) der Führungskräfte überprüft die Angaben der Mitarbeiter, um sicherzugehen, dass sie den Arbeitgeber nicht täuschen. Das zeigt eine neue Studie der Online-Jobbörse > Careerbuilder. Dafür führte Redshift Research im September und Oktober dieses Jahres Online-Interviews mit 400 Arbeitgebern in Deutschland.

Detektivische Maßnahmen, verräterische Soziale Medien

Von den Unternehmen, die überprüfen, ob ihre Mitarbeiter wirklich krank sind, nutzen die meisten den naheliegenden Weg: 65 Prozent verlangen eine Krankmeldung vom Arzt. 36 Prozent rufen die Arbeitnehmer zuhause an, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich krank sind (Mehrfachnennungen waren möglich). Nicht wenige Vorgesetzte greifen allerdings auch auf eher ungewöhnliche Methoden zurück. So fahren 27 Prozent derjenigen, die der Krankmeldung nicht trauen, am Wohnort des Mitarbeiters vorbei. 13 Prozent bitten einen anderen Mitarbeiter, den kranken Kollegen anzurufen und neun Prozent kontaktieren den Partner oder ein Familienmitglied des abwesenden Mitarbeiters, um sich die Krankheit bestätigen zu lassen.

Auch geben 15 Prozent der Arbeitgeber an, die Profile der fehlenden Mitarbeiter in sozialen Netzwerken daraufhin zu überprüfen, ob die Krankheit womöglich nur vorgegeben ist. Diese Strategie scheint zu  funktionieren: Nach Angaben der Studienteilnehmer wurden 29 Prozent der Arbeitnehmer über ihre Social Media-Aktivitäten entlarvt, sich unbegründet krank gemeldet zu haben. Fünf Prozent von ihnen wurden entlassen, weitere 19 Prozent erhielten eine Abmahnung.

Vertrauen und klare Vorgaben helfen

Janet Prosper, Leiterin HR bei Careerbuilder EMEA, gibt angesichts der Studienergebnisse allerdings zu bedenken, dass Arbeitnehmer in den Wintermonaten häufiger krank sein werden und Zeit brauchen, um wieder richtig auf die Beine zu kommen. Sie rät daher, den Mitarbeitern ausreichend Zeit zur Erholung zu geben. Arbeitgeber sollten ihnen jedoch nicht nachspionieren, denn ein gewisses Maß an Vertrauen gehöre dazu und müsse auf beiden Seiten vorhanden sein, ansonsten würden Mitarbeiter auch demotiviert. Klare Vorgaben für den Krankheitsfall könnten helfen, dass die Arbeitnehmer ehrlich sind, etwa dass sie ihren direkten Vorgesetzten am ersten Krankheitstag anrufen und nach drei Abwesenheitstagen eine Krankmeldung vom Arzt vorlegen.

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