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Homeoffice: jeder Dritte fühlt sich allein

Frau im Homeoffice blickt traurig zum Fenster
Mehr als jeder dritte Telearbeiter vermisst den Austausch mit Kollegen.
Foto: © lordn-stock.adobe.com

Zwar hat das Arbeiten von zuhause aus Vorteile wie geringere Kosten und mehr Zeit wegen des entfallenen Arbeitswegs, bringt jedoch auch Probleme mit sich. Das zeigt eine Umfrage von > Robert Half, an der im Mai und Juni rund 550 Büroangestellte in Deutschland teilgenommen haben. Gut jeder vierte Befragte (28 Prozent) sagte, dass es für ihn unwahrscheinlich sei, auch künftig häufiger im Homeoffice zu arbeiten. Als Grund gab gut jeder Dritte (35 Prozent) an, sich zuhause einsam fühlen und lieber bei den Kollegen im Büro zu sein – ein Problem, dass vielen Arbeitgebern womöglich noch gar nicht bewusst sei, so Robert Half.

Mitarbeiter haben individuelle Bedürfnisse nach Austausch

Einige Mitarbeiter legten während der Arbeit zuhause Wert auf längere Gespräche, um ihre Bedürfnisse oder Probleme mitzuteilen. Andere wiederum wollten lieber in Ruhe gelassen werden, weil sie, beispielsweise wegen der Kinderbetreuung, nur sehr enge Zeitfenster hätten, in denen sie arbeiten können, gibt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half, zu denken. Vorgesetzte sollten auf diese Bedürfnisse entsprechend reagieren.

Kommunikation zwischen Heimarbeitern und Vorgesetzten besonders wichtig

Nicht nur der Austausch mit Kollegen kommt in der Corona-Krise zu kurz, sondern auch der tägliche Austausch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten wird laut Befragung erschwert. Bei unzureichender Kommunikation werde den Bedürfnissen der Beschäftigten jedoch nicht Rechnung getragen.

Vorgesetzte müssen sich grundsätzlich eng und in regelmäßigen Abständen mit ihren Mitarbeitern abstimmen. In Zeiten der Pandemie erhält die Kommunikation aber nochmal einen ganz neuen Stellenwert,

so Hennige. Wo sonst zwischendurch im Büro die Anliegen und Sorgen der Angestellten besprochen werden konnten, gehe dies beim Arbeiten zu Hause nur bedingt. Für Arbeitgeber sei nun besonderes Fingerspitzengefühl gefragt.

Für eine erfolgreiche digitale Kommunikation ist auch geeignete Hard- und Software erforderlich. Allerdings gab jeder fünfte Befragte (21 Prozent) an, dass mangelnde Technologie und Tools Hinderungsgründe seien, um auch weiterhin im Homeoffice zu arbeiten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.