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Jeder Fünfte befürchtet Sanktionen

Angst vor Reaktionen der Vorgesetzten, Schuldzuweisungen - der Umgang mit Fehlern im Unternehmen ist durchaus mit Fehlern behaftet. 
Foto: © alphaspirit/Fotolia.de
Angst vor Reaktionen der Vorgesetzten, Schuldzuweisungen – der Umgang mit Fehlern im Unternehmen ist durchaus mit Fehlern behaftet.
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59 Prozent der Berufstätigen hierzulande können im Team offen ansprechen, wenn sie einen Fehler gemacht haben. Rund die Hälfte der Arbeitnehmer (51 Prozent) gibt an, dass Fehler gemeinsam analysiert werden mit dem Ziel, aus diesen zu lernen. Ebenfalls so viele bestätigen sogar, dass in ihrem Team alle füreinander einstehen, wenn durch einen Fehler Probleme entstehen. Immerhin mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Mitarbeiter sagt, dass ihr Vorgesetzter Fehler, die er gemacht hat, offen zugibt. 32 Prozent geben an, dass Fehler in ihrem Unternehmen nicht als negativ angesehen werden, da sie zu neuen Ideen und Innovationen führen können. Das sind Ergebnisse der aktuellen Talents & Trends-Umfrage, die > von Rundstedt im Februar unter 654 Berufstätigen in Deutschland durchgeführt hat. Die Erhebung ist repräsentativ.

Ängste, Sündenböcke und Vertuschung

Die Fehlerkommunikation im Unternehmen ist jedoch nicht durchgängig offen. Vielfach hapert es auch an einem konstruktiven Umgang mit Fehlern und Mitarbeiter befürchten Sanktionen, wenn ihnen ein Fauxpas unterlaufen ist. So hat fast jeder Fünfte (19 Prozent) Angst, einen Fehler zuzugeben, weil er die Reaktionen fürchtet. Ebenfalls 19 Prozent haben den Eindruck, dass ihnen ihr Vorgesetzter bestimmte Aufgaben nicht mehr zuteilt, wenn sie in der Vergangenheit schon einmal einen Fehler gemacht haben. Ein Viertel der Befragten hat es schon erlebt, dass ihr Vorgesetzter die Schuld für eigene Fehler auf andere Mitarbeiter schiebt. Ebenfalls 25 Prozent sagen, dass bei Fehlern nicht nach der eigentlichen Ursache gesucht wird, sondern nach einem Sündenbock. Und 17 Prozent kennen es, dass Fehler einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Junge Mitarbeiter sehen den Umgang mit Fehlern negativer

Die Befragung zeigt außerdem, dass die Berufstätigen je nach Alter unterschiedliche Erfahrungen mit der Fehlerkultur in ihrem Unternehmen machen. Dass oft nach dem Schuldigen gefahndet wird, statt nach der Ursache oder gar einer Lösung zu suchen, haben die 18- bis 34-jährigen Arbeitnehmer mit 29 Prozent im Vergleich häufiger gemacht als die 50- bis 69-Jährigen (19 Prozent). Angst, Fehler zuzugeben, weil sie die Reaktionen von Kollegen oder Vorgesetzten fürchten, hat rund ein Viertel der jüngeren Befragten gegenüber nur zehn Prozent bei den Älteren. Auch insgesamt bewertet die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen die Fehlerkultur in ihrem Unternehmen deutlich positiver. 37 Prozent bestätigen, dass Fehler bei ihrem Arbeitgeber nicht als negativ angesehen werden, da sie zu innovativen, neuen Ideen führen können, während das von den 18- bis 34-Jährigen lediglich 28 Prozent sagen.