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Jeder Zweite ist unzufrieden

Mit einem Klick ins Firmen-Intranet - wenn es so einfach wäre. Knackpunkte sind die Bedienbarkeit und das Auffinden der Inhalte.
Foto: © kebox/Fotolia.de
Mit einem Klick ins Firmen-Intranet – wenn es so einfach wäre. Knackpunkte sind die Bedienbarkeit und das Auffinden der Inhalte.
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Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Beschäftigten von deutschen Firmen ab 10 000 Mitarbeitern nutzen ihr Firmen-Intranet täglich, 53 Prozent davon mehrmals am Tag und 25 Prozent einmal. Fast jeder zweite Angestellte (46 Prozent) ist mehr als zehn Minuten pro Sitzung im Intranet unterwegs, bei 16 Prozent von ihnen ist es sogar mehr als eine halbe Stunde. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts > Facit Digital unter 500 Angestellten deutscher Unternehmen mit 10 000 und mehr Mitarbeitern.

Hauptanwendungsfelder

Besonders häufig nutzen die befragten Mitarbeiter Dienste wie Arbeitszeitverwaltung, Urlaubsanträge, Mitarbeiterverzeichnis und interne Nachrichten, Fachartikel, Informationen zu Produkten und Lösungen des eigenen Unternehmens, Informationen und Buchung interner Weiterbildungsmöglichkeiten und vor allem die Suchfunktion. Vergleichsweise selten greifen sie auf Angebote wie Linklisten und Social Bookmarks, Foren und Blogs, Fotogalerien und Videos von Firmenveranstaltungen sowie Sport- und Freizeitangebote zu.

Transport & Logistik, Öffentlicher Dienst und Handel am unzufriedensten

Zufrieden mit der firmeneigenen Intranet-Lösung sind lediglich 55 Prozent der Angestellten. Am zufriedensten sind Mitarbeiter der Branchen Metall & Elektronik, hier liegt die Quote bei 71 Prozent. In der Finanz und Versicherungsbranche sind 66 Prozent zufrieden, in Chemie & Pharma 63 Prozent, in Telekommunikation & IT 61 Prozent und in der Automobilbranche 59 Prozent. Am unzufriedensten sind Mitarbeiter in den Branchen Transport & Logistik (45 Prozent), Öffentlicher Dienst (47 Prozent) und im Handel (49 Prozent).

Intelligente Suchfunktion ausbaufähig

Eine intelligente Suchfunktion ist für 71 Prozent der Befragten die mit Abstand wichtigste Eigenschaft eines guten Intranets. Die Suchfunktion wird oft genutzt, aber auch damit ist nur etwas mehr als die Hälfte zufrieden. An zweiter Stelle der relevantesten Merkmale eines idealen Intranets stehen für 56 Prozent bewährte Strukturen, die es für alle verwendbar machen, gefolgt von der Integration verschiedener Unternehmenssysteme (zum Beispiel SAP) mit 52 Prozent. Für 49 Prozent sind kurze Kommunikations- und Entscheidungswege sehr wichtig.

Handlungsbedarf bei Bedienbarkeit und Informationsarchitektur

Besonders unzufrieden sind die Mitarbeiter mit der Usability: Nur 58 Prozent sagen, dass die Nutzung des Intranets ihnen zu effizienterer Arbeit verhilft. Lediglich knapp zwei Drittel (64 Prozent) geben an, gesuchte Informationen in einer angemessenen Frist zu finden. Auch mit der Informationsarchitektur, der Verortung der Inhalte und Funktionen des Intranets, kommt mehr als ein Drittel der Mitarbeiter nicht zurecht: 38 Prozent finden, dass die Verortung der Inhalte nicht immer nachvollziehbar ist. Beide Bereiche, Usability und die Informationsarchitektur, sind für die Zufriedenheit der Nutzer am wichtigsten, daher besteht hier laut Studie der größte Handlungsbedarf. Darüber hinaus gibt es Handlungsbedarf auch bei – für die Nutzer allerdings nachrangigen – weichen Faktoren wie der Vermittlung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit und der Identifikation mit dem Unternehmen.

Ein effizient nutzbares Intranet kann in Unternehmen beträchtliche Arbeitszeiten und somit Kosten einsparen,

kommentiert Michael Wörmann, Geschäftsführer von Facit Digital, die Studienergebnisse. Wenn 46 Prozent der Nutzer mehr als zehn Minuten pro Sitzung im Intranet seien, würden bei einem Unternehmen mit 10 000 Mitarbeitern über 2000 Personentage pro Jahr auf die Nutzung des Intranets entfallen, das sei letzlich auch ein Kostenfaktor, so Wörmann. Dennoch würden Intranets seltener optimiert als beispielsweise E-Commerce-Websites, bei denen Mehrumsätze durch bessere Usability sofort sichtbar seien.

Mobiles Intranet noch unterentwickelt

Auch am mobilen Zugriff auf das Internet muss noch gearbeitet werden. Während laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung aktuell 73 Prozent der deutschen Internetnutzer allgemeine mobile Angebote nutzen, können nur 29 Prozent mobil auf ihr Intranet zuzugreifen. Nur 39 Prozent von ihnen sprechen von einer guten Benutzbarkeit ihres Intranets auf mobilen Geräten. Die uneingeschränkte Mobilfähigkeit sehen die User dann auch als wichtigstes Trendthema bei Intranets, sie liegt mit 23 Prozent vorn. 17 Prozent denken, dass eine schnelle Zusammenarbeit und Kommunikation im Intranet künftig an Bedeutung gewinnen wird, gefolgt von sozialer Vernetzung mit 11 Prozent.