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Dazulernen in der Krise – vor allem für junge Mitarbeiter ein Problem

Junge nachdenkliche Frau mit Laptop
Die jüngsten Mitarbeitergenerationen kommen mit den Herausforderungen in der Krise weniger gut zurecht als ältere.
Foto: © khosrork-stock.adobe.com

In der derzeitigen Arbeitswelt ist es wichtig für Mitarbeiter, über Anpassungsfähigkeit und Selbstständigkeit zu verfügen. Damit verbunden ist auch der Erwerb neuer Fähigkeiten. Doch vor allem jungen Arbeitnehmern fällt dies schwer. Das aktuelle > Randstad-Arbeitsbarometer aus dem zweiten Halbjahr 2020 zeigt, dass altersübergreifend gut ein Drittel (37 Prozent) der Befragten Probleme beim Erlernen neuer relevanter Fähigkeiten hat. Von den Befragten zwischen 18 und 24 Jahren gibt jedoch jeder zweite (50 Prozent) an, Schwierigkeiten zu haben. Auch bei den 25- bis 34-Jährigen sagen das mit 49 Prozent fast genauso viele. In der Altersgruppe von 35 bis 44 sinkt der Anteil etwas auf 43 Prozent und bei den Mitarbeitern zwischen 45 und 54 Jahren (26 Prozent) sowie zwischen 55 und 64 (24 Prozent) hat nur noch ein Viertel Probleme.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen nicht nur digitale Fähigkeiten erforderlich. Durch Homeoffice und Co. sind viele junge Arbeitnehmer auf sich allein gestellt. Anleitung, Support und Austausch im Team fehlen, um Herausforderungen im Berufsalltag zu meistern,

sagt Dr. Christoph Kahlenberg, Leiter der Randstad Akademie, zu den Befragungsergebnissen. Häufig seien fehlende berufliche Erfahrungen der Grund dafür, dass sich Mitarbeiter schlecht an neue Arbeitssituationen anpassen könnnen. Beschäftigte über 40 Jahren seien im Gegensatz zu jüngeren Generationen meist krisenerprobter, da sie zum Beispiel die Auswirkungen der Finanzkrise im Jahr 2008 miterlebt hätten. Sie könnten besser einschätzen, in welchen Bereichen Anpassungen nötig seien und wie sie diese umsetzen.

Speziell Azubis und junge Mitarbeiter brauchen persönlichen Austausch

Kahlenberg verweist in der aktuellen Situation darauf, dass der persönliche Austausch mit Kollegen und Präsenzveranstaltungen wichtig beim Erwerb neuer Fähigkeiten seien, das betreffe auch die Ausbildung. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Unternehmen, die betriebliche Einschränkungen durch Corona erlebten, berichteten von Lücken in der Wissensvermittlung für Azubis, so die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung vom dritten Quartal des vergangenen Jahres. Persönliche Begegnungen auf der Arbeit erzeugten oft automatisch ein Vertrauensverhältnis in Teams oder zum Chef, das fördere den Erfahrungsaustausch, so Kahlenberg. Jetzt gelte es, diese Nähe bewusst aufzubauen und aufrechtzuerhalten, um vor allem junge Arbeitnehmer zu unterstützen. Dabei könnten digitale Formate wie eine virtuelle Kaffeeküche unterstützen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.