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Kaum Veränderungen an der Spitze

Managerin in Rückansicht steht einsam auf Felssäule und schaut in den Himmel
Ganz oben bleibt die Luft für Frauen dünn. Nach wie vor sind auf der obersten Führungsebene die Männer überrepräsentiert.
Foto: © Sergey Nivens/Fotolia.de

Weibliche Manager sind in Deutschland nach wie vor unterrepräsentiert. Im vergangenen Jahr waren in der Privatwirtschaft rund ein Viertel der Führungskräfte der obersten Leitungsebene Frauen. Auf dieser Hierarchiestufe hat sich in Sachen Geschlechterverteilung am wenigsten geändert.

2016 waren in der Privatwirtschaft 26 Prozent der Positionen der
obersten Führungsebene von Frauen besetzt. Seit 2004 hat sich dieser
Anteil lediglich um zwei Prozent erhöht. Auf der zweiten Führungsebene
waren im letzten Jahr 40 Prozent der Manager weiblich. Hier hat sich
seit 2004 etwas mehr getan: Der Frauenanteil erhöhte sich um sieben Prozent.

Mehr weibliche Führungskräfte im öffentlichen Sektor, aber…

Im
öffentlichen Sektor sieht es sowohl in der ersten als auch der zweiten
Leitungsebene etwas besser aus: In der obersten Hierarchiestufe waren im
vergangenen Jahr 34 Prozent Frauen und in der Ebene darunter 44
Prozent. Gemessen an ihrem Beschäftigtenanteil von 61 Prozent sind
Frauen jedoch im öffentlichen Sektor in Führungspositionen noch stärker
unterrepräsentiert als in der Privatwirtschaft. Das geht aus einer
repräsentativen Befragung von rund 16 000 Betrieben in Deutschland
hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
durchgeführt hat.

Der Westen hinkt beim Frauenanteil weiter hinterher

Die
Studie zeigt, dass der Frauenanteil in Führungspositionen in der
Privatwirtschaft in Westdeutschland höher ist als in Ostdeutschland. So
lag er 2016 auf der ersten Leitungsebene im Osten bei 30 und im Westen
bei 25 Prozent. Auf der zweiten Ebene waren im Osten 47 Prozent Frauen
und im Westen 39 Prozent. In Ostdeutschland liegt die Frauenquote auf
der zweiten Führungsebene damit nur ein Prozent unterhalb des
Beschäftigtenanteils von Frauen von 48 Prozent. Im Westen beträgt der
Beschäftigtenanteil von Frauen 43 Prozent.

In Großunternehmen kommen Frauen am seltensten nach oben

Je
größer das Unternehmen, umso weniger Frauen befinden sich in
Spitzenpositionen. In Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern liegt
der Anteil von Frauen auf der obersten Führungsebene bei 28 Prozent, bei
Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten beträgt er noch 24 Prozent und
in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern reduziert sich der Anteil auf
13 Prozent.

Die meisten Chefinnen gibt es in der Dienstleistungsbranche

Ob
Frauen in Führungspositionen vertreten sind, hängt auch von der Branche
ab. Am häufigsten findet man Chefinnen in Dienstleistungsbereichen wie
Gesundheit, Erziehung und Unterricht. Aber auch dort bleibt ihr Anteil
hinter dem Beschäftigtenanteil von Frauen in der Branche zurück: Auf der
ersten Führungsebene beträgt der Frauenanteil 46 Prozent und auf der
zweiten Leitungsebene 71 Prozent, während die weibliche
Beschäftigtenquote im Dienstleistungsbereich bei 75 Prozent liegt.

Nur wenig gezielte Frauenförderung

Laut
der IAB-Untersuchung engagieren sich Unternehmen zwar im Bereich
personalpolitischer Maßnahmen zur Gleichstellung von Männern und Frauen,
gezielte Förderung von Frauen, insbesondere zur Vorbereitung auf
Führungsaufgaben, sei aber nach wie vor selten zu finden. So verfügen
nur fünf Prozent der Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern über
Mentoring-Programme, Frauenförderpläne oder Zielvereinbarungen zur
Erhöhung des Frauenanteils.

Einen Kurzbericht zur Studie gibt es > hier zum Download.

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