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Kein Personalabbau durch Digitalisierung

In Folge der Digitalisierung ist keine Tendenz in Richtung Personalabbau zu beobachten. Auch auf die Zahl der Einstellungen zeigen sich keine negativen Effekte. Die Vermutung, dass Unternehmen, die bereits viele interne Prozesse in der Produktions- oder Verwaltungskette digitalisiert haben, Personal abbauen, hat sich bislang nicht bestätigt. Im Gegenteil: Der Anteil ihrer offenen Stellen liegt sogar im Vergleich zu Betrieben ohne interne Digitalisierung deutlich höher – um 1,5 bis 1,8 Prozent. Gleichzeitig fällt allerdings auf, dass diese Unternehmen wesentlich häufiger (1,4 bis 2,8 Prozent) ihren Suchprozess ohne Erfolg beenden. Könnten diese offenen Stellen besetzt werden, würde sich das Beschäftigungspotenzial also eher erhöhen. 

Diese Ergebnisse stammen von einer Analyse des IAB, das den Zusammenhang von Digitalisierung und betrieblicher Personalpolitik untersucht hat. Rund 12.000 Betriebe mit insgesamt etwa 8000 Neueinstellungen gaben dafür Auskunft. Diese repräsentative Betriebsbefragung zeigt, dass inzwischen alle Wirtschaftsbereiche und der Großteil der Betriebe von Digitalisierung betroffen sind.

Digitalisierungsgrad in Betrieben

IAB-Grafik Digitalisierung Personalpolitik
Es gibt einige Sektoren, die bislang keinen Digitalisierungstrend sehen und diesen auch für die Zukunft nicht erwarten. Dazu gehören der Bereich Erziehung und Unterricht, das Grundstücks- und Wohnungswesen, die Sonstigen Dienstleistungen und das Gastgewerbe. Allerdings ist hervorzuheben, dass die Anteile von Betrieben ohne interne bzw. externe Digitalisierung deutlich unterhalb von 50 Prozent liegen. Grafik: IAB

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Personalpolitik

Hinsichtlich der Gesamtzahl der Beschäftigten verläuft Digitalisierung bislang also weitgehend neutral. Die Ergebnisse bestätigen weder die Hypothese eines digitalisierungsgetriebenen Beschäftigungswachstums noch die These von Beschäftigungsverdrängung. Die Analyse der IAB kommt aber trotzdem zu einem klaren Ergebnis:

Die zunehmende Digitalisierung bringt beträchtliche Veränderungen in der betrieblichen Personalpolitik mit sich.

Vor allem zeigen sich Einflüsse auf die Anforderungen, die Betriebe an neues Personal stellen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Kenntnisse, die durch Weiterbildung erworben werden, sowie sozial-kommunikative Kompetenzen, die von Arbeitgebern auf dem Weg zu Wirtschaft 4.0 zunehmend nachgefragt werden. Neueinstellungen in Betrieben mit starker Digitalisierung sind mit höheren Anforderungen an die zeitliche und/oder inhaltliche Flexibilität der neuen Mitarbeiter verknüpft. Obwohl im Zuge der Digitalisierung teilweise Engpässe bei der Besetzung offener Stellen auftreten und die Anforderungen steigen, sind bisher noch keine Effekte auf die Gehälter zu messen. 

Häufig wechselnde Arbeitsinhalte

Bei der Diskussion um mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen stehen erhöhte Flexibilitätsanforderungen an die Beschäftigten im Zentrum. So haben neu besetzte Stellen in Betrieben mit starker externer Digitalisierung (digitale Vernetzung mit Zulieferern oder Kunden) eine um knapp sieben Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, mit häufigem Termindruck verbunden zu sein, als Stellen in Betrieben ohne externe Digitalisierung.
Insgesamt zeigen die Analyse tendenziell steigende Anforderungen an die zeitliche Flexibilität durch die Digitalisierung, wenn auch nicht durchgängig. Die Nutzung interne und externe Digitalisierungs-Tools sind deutlich häufiger mit wechselnden Arbeitsinhalten verbunden. Dies kann von Seiten des einzelnen Beschäftigten sowohl positiv als auch negativ bewertet werden. (cs)

Weitere Informationen erhalten Sie im › Kurzbericht des IAB.

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