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KI in deutschen Unternehmen noch wenig genutzt

Hand zeigt auf Screen mit KI-Symbolen
Zwar haben sich die meisten Führungskräfte in Deutschland schon mit KI beschäftigt, aber es mangelt noch an den erforderlichen Kompetenzen in der Belegschaft. Foto: © greenbutterfly-stock.adobe.com

Bisher setzen erst 14,3 Prozent der Unternehmen in Deutschland – also etwa jedes siebte – Künstliche Intelligenz ein. Gleichzeitig sagt etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent), dass KI bereits heute Prozesse in Organisationen vereinfacht. Allerdings sehen 42 Prozent in ihrer Branche keinen Bedarf dafür. Rund vier von zehn Befragten (43,1 Prozent) sagen, dass sie den Einsatz von KI zum jetzigen Zeitpunkt für wichtig halten. Geht es um die Zukunft, sind 61,8 Prozent dieser Ansicht. Das sind Ergebnisse der Artificial Intelligence (AI) Trendstudie 2021 der IUBH. Dafür wurden mehr als 500 Mitarbeiter und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen verschiedener Größen befragt.

KI verspricht vor allem Prozessoptimierung und Effizienz

Drei Viertel der befragten Mitarbeiter (75 Prozent) erhoffen sich von künstlicher Intelligenz vor allem mehr Effizienz, Entlastung und schnelleres Arbeiten. Bei den Unternehmen, die KI bereits im Einsatz haben, ist die Prozessoptimierung das Hauptmotiv. An zweiter Stelle steht die Effizienz, gefolgt von der Entlastung der Mitarbeiter und der Kostensenkung.

Es fehlt an notwendigen Skills und am Willen zur Weiterbildung

Aktuell beschäftigen sich fast drei Viertel (71 Prozent) der befragten mittleren und höheren Führungskräfte konkret mit KI. Über alle Hierarchieebenen hinweg gibt fast die Hälfte der Mitarbeiter (47,5 Prozent) an, sich im Unternehmen noch nicht mit dem Thema befasst zu haben. Gerade in kleineren Betrieben wird das Potenzial laut Studie noch nicht richtig wahrgenommen. Auch fehlt es in den meisten Unternehmen noch an den notwendigen Skills. Weniger als jeder fünfte Studienteilnehmer (17,9 Prozent) gibt an, dass seine Organisation über alle Kompetenzen verfügt, um künstliche Intelligenz erfolgreich einzusetzen. Von den Mitarbeitern sagen mehr als zwei Drittel, dass es ihnen am nötigen Wissen mangelt. Allerdings ist weniger als ein Drittel bereit, sich die nötigen Skills anzueignen.  Obwohl auch die befragten Führungskräfte mit 56,8 Prozent mehrheitlich feststellen, dass ihren Mitarbeitern die erforderlichen KI-Skills fehlen, zeigt sich nur etwa jede zweite bereit, ihre Belegschaft im Umgang mit Künstlicher Intelligenz weiterzubilden.

Aufbau interner KI-Expertise wichtig

Die Studienautoren Prof. Dr. Ulrich Kerzel und Prof. Dr. Thomas Zöller kommen anhand der Befragungsergebnisse zu der Einschätung, dass das Potenzial von KI von vielen Unternehmen noch unterschätzt wird und es bisher noch große Lücken bei der Umsetzung gibt. Sie sehen jedoch auch Risiken beim KI-Einsatz: So könnten Unternehmen die Kontrolle über ihre Kernprozesse verlieren, wenn sie sich auf KI-Services von außen verließen. Es sei wichtig, dass sie eine interne Expertise aufbauen und die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zum Thema vorantreiben.

Mehrheit der Mitarbeiter sieht ihren Job nicht gefährdet

Eine überraschende Erkenntnis der Studie, so Kerzel, sei die positive Einstellung von Beschäftigten ohne Führungsfunktion gegenüber KI. Drei Viertel der befragten Mitarbeiter haben nur wenig Angst oder Bedenken, ihren Arbeitsplatz wegen des Einsatzes von KI zu verlieren.  

Die vollständigen Studienergebnisse stehen als > Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.