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Kollaborationsfähigkeit wird wichtigste Kompetenz

Mann in Homeoffice bei Videokonferenz
Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit wird vor allem in Homeoffice-Zeiten wichtiger. Foto: © Вадим Пастух-stock.adobe.com

Im November dieses Jahres befragte die digitale europäische Coaching-Plattform > Coachhub für die Studie “Demystifying the new ways of work” mehr als 1000 HR- Entscheider aus Unternehmen verschiedener Branchen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Die HR-Experten sollten Auskunft darüber geben, welche Kompetenzen in der neuen Arbeitswelt am gefragtesten sind. Danach steht kollaborative Zusammenarbeit auf Platz eins; 49 Prozent der HR-Entscheider gaben dies an. Den zweiten Platz mit 46 Prozent nimmt die Fähigkeit ein, Entscheidungen zu treffen. Zeitmanagement mit 42 Prozent steht auf dem dritten Platz der Anforderungsliste. Auf der Rangskala folgen Agilität (37 Prozent), Integrität (35 Prozent), digitale Kompetenz (33 Prozent) und Resilienz (26 Prozent). Zu Beginn der Krise hatten die Unternehmen die Resilienz noch als wichtigste Kompetenz eingestuft, doch inzwischen haben sich die Prioritäten verschoben.

Es sei keine Überraschung, dass Kollaboration – trotz Zoom-Müdigkeit – in Zeiten von Remote Work an der Spitze der Anforderungen steht, so die Studie. Zusammenarbeit erhöhe die Produktivität und das Engagement, verbessere die Mitarbeiterbeziehungen und fördere die Kreativität, indem Ideen zur Lösung komplexer Probleme ausgetauscht werden.

Internes Coaching und Mentoring für Ausbildung neuer Skills am effektivsten

Die effektivsten Werkzeuge, die Mitarbeitern die für die neue Arbeitswelt notwendigen Fähigkeiten vermitteln, sind aus Sicht der Befragten internes Coaching (61 Prozent) und Mentoring (58 Prozent), gefolgt von digitalen Lernplattformen/Learning Management Systems (LMS) mit 56 Prozent, externe Online-Personalentwicklung (54 Prozent), internes Training/Webinare (52 Prozent) und externes Coaching (51 Prozent).

Führungsaufgabe: offene Kultur und psychische Sicherheit schaffen

Die Personalentscheider wurden auch danach gefragt, was aus ihrer Sicht derzeit die wichtigsten Aufgaben der Führungskräfte ihres Unternehmens sind. Nach Ansicht von gut der Hälfte der Befragten (53 Prozent) geht es vor allem darum, eine offene Kultur zu schaffen, die Mitarbeiter dazu befähigt und motiviert, auf die neue Art zu arbeiten. Genau jeder Zweite (50 Prozent) hält es für wesentlich, den Teams psychische Sicherheit zu vermitteln. Drittgrößte Aufgabe mit 44 Prozent ist es, die digitale Transformation voranzutreiben, dicht gefolgt von dem Ziel, Diversität und Inklusion voranzubringen, indem unbewusste Vorbehalte abgebaut werden (42 Prozent). Außerdem gab rund ein Drittel (34 Prozent) die (Weiter)Entwicklung anderer als wichtige Aufgabe an.

Ganz oben auf der HR-Agenda: das Wohlbefinden der Mitarbeiter

Der Aspekt, der infolge der krisenbedingten Änderungen am stärksten im Fokus von HR steht, ist das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Fast jeder Zweite (47 Prozent) gab dies an. Erst mit großem Abstand folgen die Arbeitsleistung (19 Prozent), die Produktivität (16 Prozent), das Mitarbeiterengagement (zwölf Prozent) und die Mitarbeiterbindung (sechs Prozent). Um die Anforderungen der Mitarbeiter an die “neue Normalität” herauszufinden, setzen 41 Prozent der Befragten auf individuelle Gespräche. Genauso viele nutzen allgemeine Mitarbeiterbefragungen. One-on-one-Gespräche mit Führungskräften setzen 38 Prozent der Unternehmen ein. Zehn Prozent der Arbeitgeber überprüfen die individuellen und kollektiven Anforderungen ihrer Beschäftigten nicht.

Mehrheit ermöglicht flexible Arbeitsprozesse

Knapp zwei Drittel der HR Entscheider (63 Prozent) geben an, dass sie ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, wann und wo sie arbeiten. Etwa ein Viertel (24 Prozent) sagt, die Belegschaft habe lediglich die Option zu entscheiden, wo sie arbeitet. Zwölf Prozent ermöglichen keine Flexibilität.

Die vollständigen englischsprachigen Studienergebnisse können > hier zum Download angefordert werden. Auch die > deutsche Version ist inzwischen erhältlich.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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