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Krank zur Arbeit, aber gesundheitsbewusst

Jeder zweite Chef in Deutschland schleppt sich auch krank in die Firma.
Foto: © Laurent Hamels/Fotolia.de
Jeder zweite Chef in Deutschland schleppt sich auch krank in die Firma.
Foto: © Laurent Hamels/Fotolia.de

Die Studie, über die das “Handelsblatt” berichtete, untersuchte auch, was die Chefs am meisten stresst. Danach ist fehlende Selbstbestimmung, verursacht durch viele Termine und Meetings, der größte Stressfaktor. Häufige Geschäftsreisen dagegen empfinden die Führungskräfte weniger. Dabei zeigen sich jedoch Altersunterschiede: Junge Managern machen Termine weniger Stress, doch je älter die Chefs sind, umso mehr fühlen sie sich dadurch überfordert.

Bewusstsein für mehr Achtsamkeit wächst

Ein für die Studienautoren überraschendes Ergebnis ist, dass die meisten Befragten auf ihre Gesundheit achten, auch wenn sie sich im Krankheitsfall nicht schonen. 86 Prozent der Führungskräfte essen regelmäßig Obst, Gemüse und Fisch. Genauso viele gaben an, an Werktagen auf Alkohol zu verzichten. Mehr als jeder Zweite treibt zweimal wöchentlich Sport und zwei Drittel der Manager gehen regelmäßig zum Gesundheitscheck.

Tomas Stein, ärztlicher Direktor des Diagnostik-Zentrums, hat den Eindruck, dass das Gesundheitsbewusstsein der Führungskräfte sich allmählich entwickelt und dass der Stellenwert von Ernährung sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Führungskräften zugenommen hat. Inzwischen bieten auch etliche Firmen ihren Managern an, sich einmal jährlich durchchecken zu lassen. Sieben von zehn Führungskräften nähmen das Angebot an, so Stein, allerdings unter der Bedingung, dass die Befunde dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden.

Männer fühlen sich im Job mehr bestätigt als Frauen

Die Befragungsergebnisse zeigen darüber hinaus, dass sich die meisten Manager im Beruf bestätigt fühlen, wobei dieses Gefühl mit zunehmendem Alter ansteigt. Es gibt jedoch deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Von den Männern geben fast drei Viertel (73 Prozent) an, sich im Job bestätigt zu fühlen, während es bei den Frauen nur 58 Prozent sind.

Gleichzeitig fand die Untersuchung heraus, dass weibliche Führungskräfte öfter erreichbar sind als ihre männlichen Kollegen: Frauen schalten ihr Dienst-Handy seltener aus. Womöglich lässt sich hier ein Zusammenhang konstruieren und die Managerinnen haben den Eindruck, mehr leisten zu müssen oder präsenter zu sein, um mehr Anerkennung zu erreichen?

Quelle: Handelsblatt