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Krankheitsbedingte Fehlzeiten 2018 auf neuem Höchststand

Männlicher Mitarbeiter vor Paketen hält sich den Rücken, Mitarbeitern scannt Etikette ein.
Besonders häufig aufgrund von Rückenbeschwerden krankgeschrieben sind Mitarbeiter der Lager- und Logistikbranche.
Foto: © Elnur/StockAdobe

Im vergangenen Jahr erreichte der Krankenstand der Arbeitnehmer in Deutschland ein Rekord- hoch, wie eine aktuelle Auswertung zeigt. Dazu trug vor allem die starke Grippewelle bei. Hauptursache für hohe Fehlzeiten sind jedoch weiterhin Erkrankungen des Muskel- und Skelett- systems.

Nachdem die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den Jahren 2016 und 2017 leicht zurückgegangen waren, erreichten sie 2018 einen Höchststand. Im Schnitt kam jeder Erwerbstätige auf 15,5 Fehltage. Das entspricht einer Zunahme von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Anzahl der Fehltage pro Krankheitsfall blieb dabei bundesweit fast unverändert. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse (> TK) hervor. Für den Bericht wurden die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 10,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet.

Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten krankgeschrieben

Der Vergleich nach Bundesländern zeigt, dass wie auch zuvor Berufstätige in Mecklenburg-Vorpommern mit 20,1 Fehltagen pro Kopf die meisten krankheitsbedingten Fehltage verzeichneten, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit jeweils 19,6 Tagen. Lediglich Bremen verzeichnete einen leichten Rückgang der Fehlzeiten um 0,05 Tage pro Arbeitnehmer.

Grippe machte letztes Frühjahr 39 Prozent des Gesamtkrankenstands

Aufgrund der starken Erkältungs- und Grippewellen im November und Febrim Frühjahr 2018 höher als in allen anderen Jahren seit 2000. Im Frühjahr 2018 machten solche Erkrankungen einen Anteil von knapp 39 Prozent am Gesamtkrankenstand aus.

Rückenbeschwerden plagen vor allem Mitarbeiter der Metall- und Logistikbranche

Hauptursache für hohe Fehlzeiten waren auch im letzten Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit einem Gesamtanteil von 8,3 Prozent, auch wenn die Anzahl der registrierten Rückenbeschwerden leicht zurückging. Aufgrund dieser Erkrankungen ergaben sich bundesweit 1,2 Fehltage pro Arbeitnehmer. Besonders häufig aufgrund von Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens fehlten Beschäftigte in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie in Lager- und Logistikberufen tätige Arbeitnehmer. Jeder Mitarbeiter aus diesen Branchen war mehr als 2,8 Tage aufgrund dieser Beschwerden krankgeschrieben.  Auch bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems liegen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt vorn. In Mecklenburg-Vorpommern ergaben sich durchschnittlich 1,84 Fehltage, in Sachsen-Anhalt 1,79 Fehltage.

Jeder fünfte Fehltag geht auf das Konto von psychischen Erkrankungen

Bei psychischen Erkrankungen ist seit 2016 bundesweit ein Anstieg der Fehlzeiten zu beobachten. 2018 war, wie im Jahr zuvor, fast jeder fünfte Fehltag im Job (18 Prozent) psychisch bedingt. Wie auch vorher schon waren Frauen mit durchschnittlich 3,5 Fehltagen häufiger krankgeschrieben als Männer, die im Schnitt 2,2 Tage aufgrund psychischer Erkrankungen fehlten. Geschlechterübergreifend stellte die TK im Zeitraum von 2006 bis 2018 einen Anstieg der Diagnosen von rund 92 Prozent fest.

Lange Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen sind bei Erwerbstätigen schon längst keine Ausnahme mehr und müssen zukünftig noch viel mehr Aufmerksamkeit, auch von Arbeitgeberseite, erfahren,

kommentiert Albrecht Wehner, Experte für Gesundheitsberichterstattung bei der TK, die Entwicklung. Hierbei sei auch das betriebliche Gesundheitsmanagement von enormer Bedeutung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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